Australien untersucht große Technologieplattformen wie TikTok, Meta und Google wegen ihrer Einhaltung neuer Gesetze, die den Zugang zu sozialen Medien für Nutzer unter 16 Jahren einschränken, so Erklärungen von Regierungsbeamten und Regulierungsbehörden.
Das Gesetz, das im Rahmen des Online Safety Amendment eingeführt wurde, verpflichtet soziale Medienunternehmen, angemessene Maßnahmen zu ergreifen, um zu verhindern, dass minderjährige Nutzer Konten erstellen oder pflegen. Die Regeln traten im Dezember 2025 in Kraft und gelten für Plattformen wie Facebook, Instagram, TikTok, Snapchat und YouTube. Unternehmen, die sich nicht einhalten, drohen finanzielle Strafen von bis zu 49,5 Millionen australischen Dollar pro Verstoß.
Der australische eSafety-Kommissar hat Untersuchungen gegen mehrere Plattformen eingeleitet, nachdem besorgt wurde, dass die Maßnahmen nicht wirksam durchgesetzt werden. Regulierungsbehörden berichteten, dass Systeme, die das Alter der Nutzer überprüfen sollen, weiterhin inkonsistent bleiben, wobei einige Plattformen wiederholte Versuche erlauben, Kontrollen zu umgehen, oder nach der Erkennung keine Nutzer blockieren können.
Regierungsdaten und in Berichten zitierte Umfragen zeigen, dass trotz der Beschränkungen weiterhin eine beträchtliche Anzahl minderjähriger Nutzer soziale Medien nutzt. Eine Umfrage ergab, dass etwa 70 % der Kinder, die vor dem Verbot Konten hatten, die Plattformen danach noch nutzen konnten.
Kommunikationsministerin Anika Wells erklärte, dass die Durchsetzung nach der ersten Ausrollungsphase Priorität haben werde. Die Behörden haben angedeutet, dass rechtliche Schritte eingeleitet werden könnten, falls festgestellt wird, dass Unternehmen systematisch ihre Verpflichtungen nicht erfüllt haben. Derzeit werden Beweise gesammelt, um mögliche Gerichtsverfahren zu unterstützen.
Die Plattformen haben darauf hingewiesen, dass sie auf die Einhaltung hinarbeiten, und weisen zudem auf technische Herausforderungen hin, die mit der Überprüfung des Nutzeralters in großem Umfang verbunden sind. Meta erklärte, dass die Bestimmung des Online-Alters weiterhin ein komplexes Thema für die Branche sei, während andere Unternehmen von Bemühungen berichteten, Minderjährige zu entfernen und die Kontrollen zu verstärken.
Die Untersuchung folgt früheren Behauptungen, dass Millionen von Konten nach Inkrafttreten des Gesetzes entfernt worden seien. Die Regulierungsbehörden haben jedoch die Genauigkeit dieser Zahlen infrage gestellt und auf den fortgesetzten Zugang unter minderjährigen Nutzern als Beleg für Lücken in der Durchsetzung verwiesen.
Die australische Regierung hat angedeutet, dass weitere regulatorische Maßnahmen ergriffen werden könnten, während die Compliance-Überprüfungen andauern.
