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Bürgerrechtsgruppen fordern die Polizei von Nottinghamshire auf, die Pläne zur Live-Gesichtserkennung aufzugeben.

Eine Koalition von Datenschutz- und Bürgerrechtsorganisationen fordert die Polizei von Nottinghamshire auf, den geplanten Einsatz von Live-Gesichtserkennungstechnologie einzustellen, und warnt, dass deren Einsatz Menschen in öffentlichen Räumen einer weit verbreiteten biometrischen Überwachung aussetzen könnte.

 

 

Die Koalition umfasst Gruppen, die in den Bereichen Menschenrechte, Rassengerechtigkeit, Kinderrechte, Privatsphäre und Bürgerrechte arbeiten. In einem gemeinsamen Brief argumentieren sie, dass Live-Gesichtserkennung (LFR) nicht als routinemäßiges Polizeiinstrument behandelt werden sollte, da Kameras die Gesichter großer Zahlen von Menschen scannen können, die nicht verdächtigt werden, ein Verbrechen begangen zu haben.

Ihre Bedenken gehen über die Sammlung biometrischer Informationen hinaus. Die Organisationen argumentieren, dass regelmäßige Begegnungen mit Gesichtserkennung in der Öffentlichkeit beeinflussen könnten, wie frei Menschen an alltäglichen Aktivitäten teilnehmen, einschließlich Teilnahme an Demonstrationen, Kommunikation mit Journalisten, der Suche nach rechtlicher oder medizinischer Hilfe oder dem Ausdruck von Aspekten ihrer Identität.

Besondere Kritik richtet sich an der Möglichkeit, die Technologie als Reaktion auf relativ geringfügige Vergehen und antisoziales Verhalten bei jungen Menschen einzusetzen. Die Koalition hält solche Einsätze für unverhältnismäßig und warnt, dass verstärkte Überwachung die Beziehungen zwischen jungen Menschen und Strafverfolgungsbehörden weiter schädigen könnte.

Die Gruppen fordern die Polizei von Nottinghamshire, zumindest nicht mehr LFR einzusetzen, bis ein spezieller Rechtsrahmen für die Technologie geschaffen ist.

Die Polizei von Nottinghamshire kündigte ihre Pläne im Juli an und erklärte, dass Gesichtserkennung den Beamten helfen würde, gesuchte Personen zu finden und schutzbedürftige Personen auf polizeilichen Beobachtungslisten zu identifizieren. Kameras vergleichen öffentlich aufgenommene Gesichter mit Bildern auf einer vorgegebenen Liste und alarmieren die Beamten, wenn das System einen potenziellen Treffer identifiziert.

Laut der Polizei werden Gesichtsscans, die keine Übereinstimmung liefern, innerhalb von Sekunden gelöscht. Die Polizei betont außerdem, dass das System nicht dafür ausgelegt ist, die Bewegungen der Menschen kontinuierlich zu verfolgen, sondern die Beamten eher unterstützen als ersetzen wird.

Detective Superintendent Will Henley verteidigte die Technologie als eine weitere Möglichkeit für die Polizei, Täter zu identifizieren und die Öffentlichkeit zu schützen. Er argumentierte, dass die Polizei Technologien nutzen sollte, die Beamten helfen könnten, Personen zu finden, die für schwere Schäden verantwortlich sind.

Der Streit spiegelt grundlegend unterschiedliche Sichtweisen auf den Einsatz von LFR wider. Die Polizei von Nottinghamshire stellt ihn als gezieltes Identifikationsinstrument dar, das gegen bestimmte Beobachtungslisten arbeitet, während ihre Gegner argumentieren, dass der Prozess zwangsläufig das Scannen aller Personen beinhaltet, die durch das Sichtfeld der Kameras gehen.

Für die Koalition ist diese Unterscheidung zentral für ihren Widerstand: Menschen müssen während eines LFR-Einsatzes nicht verdächtigt werden, damit ihr Gesicht untersucht wird.