Cloudflare, ein US-amerikanisches Internetinfrastrukturunternehmen, teilte mit, dass es eine von der italienischen Kommunikationsbehörde verhängte Geldstrafe von 14 Millionen Euro wegen angeblicher Nichtbefolgung der Anordnungen im Rahmen des Piratacy Shield-Systems des Landes anfechten werde.
Die Strafe wurde von der Authority for Communications verhängt, die erklärte, dass Cloudflare die Anforderungen zur Sperrung von Domains und IP-Adressen im Zusammenhang mit Urheberrechtsverletzungen nicht erfüllte. Das System verlangt von Dienstanbietern, den Zugriff auf gemeldete Ressourcen innerhalb kurzer Zeiträume einzuschränken, in manchen Fällen innerhalb von 30 Minuten nach der Benachrichtigung.
Cloudflare erklärte, dass es mit der Entscheidung nicht einverstanden ist und beabsichtigt, Berufung einzulegen. Das Unternehmen erklärte, dass die geforderten Sperrmaßnahmen Änderungen an seinem öffentlichen DNS-Resolver erfordern und die Leistung und Zuverlässigkeit seiner Dienste beeinträchtigen könnten. Sie erklärte außerdem, dass die Anforderungen technische und betriebliche Bedenken aufwerfen.
Der Streit folgt auf eine 2025 erlassene Anordnung, die das Unternehmen verpflichtet, den Zugang zu Tausenden von Domains und IP-Adressen zu blockieren. Die Regulierungsbehörden erklärten, Cloudflare habe diese Anordnung nicht befolgt und die notwendigen Maßnahmen nicht innerhalb der vorgeschriebenen Fristen umgesetzt.
Laut der Behörde spiegelt die Geldstrafe das Ausmaß der angeblichen Nichteinhaltung und die Rolle der Unternehmensinfrastruktur bei der Ermöglichung des Zugangs zu gezielten Inhalten wider. Die Strafe entspricht etwa 1 % des weltweiten Umsatzes von Cloudflare, innerhalb der gesetzlich festgelegten Grenzen.
Cloudflare hat erklärt, dass seine Dienste darauf ausgelegt sind, Internetverkehr zu leiten, anstatt Inhalte zu hosten oder zu kontrollieren. Das Unternehmen gab an, dass es weitere Schritte im Rahmen seiner Reaktion prüft, einschließlich der rechtlichen Anfechtung der Entscheidung.
Das Piracy Shield-System wurde 2023 eingeführt, um eine schnelle Sperrung von Online-Quellen zu ermöglichen, die urheberrechtlich geschütztes Material, insbesondere Live-Stream-Inhalte, verbreiten. Es wird erwartet, dass der Fall im Berufungsverfahren weitergeht, da Cloudflare die Feststellungen der Aufsichtsbehörde anfechtet.
