2 Remove Virus

Coldcard Ein Fehler zeigt, wie ein Softwarefehler zu einem der größten Wallet-Kompromittierungen von Bitcoin führte

Ein Firmware-Fehler, der mehrere Generationen von Coldcard Hardware-Wallets betrifft, hat zu einem der größten bekannten Diebstähle mit selbstverwahrtem Bitcoin geführt. Blockchain-Forscher schätzen, dass Angreifer weit über 1.500 BTC im Wert von mehr als 100 Millionen Dollar gestohlen haben, indem sie Wiederherstellungsphrasen ausnutzen, die auf verwundbaren Firmware-Versionen generiert wurden. Ermittler gehen davon aus, dass die Kampagne weiterhin andauert, und Sicherheitsexperten identifizieren weiterhin weitere betroffene Geldbörsen.

 

 

Der Vorfall hat Aufmerksamkeit erregt, weil er keine Schwachstelle in Bitcoin selbst betraf. Stattdessen nutzten die Angreifer eine Schwachstelle in der Software aus, die für die Erstellung von Wallet-Wiederherstellungsphrasen verantwortlich war. Die kryptographischen Algorithmen von Bitcoin bleiben sicher, aber Wallets, die mit fehlerhafter Firmware generiert werden, könnten Wiederherstellungs-Seeds erzeugen, die weitaus vorhersehbarer sind als beabsichtigt.

Jede Hardware-Wallet erstellt eine Wiederherstellungsphrase, die in der Regel aus 12 bis 24 Wörtern besteht und als Master-Backup für alle in der Wallet gespeicherten Gelder dient. Diese Phrase wird aus zufälligen Daten generiert, und die Qualität der Zufälligkeit bestimmt, wie schwierig es für andere ist, dieselbe Wallet zu reproduzieren.

Laut Coinkite, dem Hersteller von Coldcard , enthielten bestimmte 2021 eingeführte Firmware-Versionen einen Fehler, der die Menge an Entropie oder Zufälligkeit während der Seed-Erstellung verringerte. Daher wurden einige Wallets mit Wiederherstellungsphrasen erstellt, die mit großflächiger Offline-Berechnung rekonstruiert werden konnten. Anstatt die Verschlüsselung von Bitcoin anzugreifen, generierten die Angreifer enorme Mengen möglicher Wiederherstellungsphrasen und verglichen die resultierenden Wallet-Adressen mit Adressen, die auf der öffentlichen Blockchain sichtbar sind, bis Übereinstimmungen gefunden wurden.

Sobald eine passende Wiederherstellungsphrase identifiziert war, konnten die Angreifer die privaten Schlüssel des Opfers wiederherstellen, ohne jemals die physische Hardware-Wallet zu erhalten. Sie könnten dann Transaktionen von einem anderen Gerät autorisieren und die Bitcoins in Wallets unter ihrer Kontrolle übertragen.

Die Forscher, die die Diebstähle verfolgen, gehen davon aus, dass die Angriffe in mehreren Wellen über mehrere Tage hinweg stattfanden, wobei im Verlauf der Blockchain-Analyse weiterhin neue Opfer auftauchen. Während die ersten groß angelegten Diebstähle offenbar von einem einzelnen Betreiber koordiniert wurden, deuten spätere Aktivitäten darauf hin, dass nun mehrere Bedrohungsakteure die öffentlich offengelegte Schwachstelle ausnutzen. Da die Schwäche nach den ersten Angriffen weithin bekannt wurde, warnen Sicherheitsforscher, dass opportunistische Angreifer weiterhin nach verwundbaren Wallets suchen könnten.

Das Aktualisieren eines Geräts Coldcard beseitigt die Gefahr nicht automatisch. Der Fehler betrifft die Wiederherstellungsphrase, die bei der Erstellung der Wallet erzeugt wurde, sodass bestehende Seeds auch nach der Installation der gepatchten Firmware verwundbar bleiben. Aus diesem Grund hat Coinkite Nutzer angewiesen, deren Wallets möglicherweise mit betroffener Firmware erstellt wurden, eine völlig neue Wiederherstellungsphrase zu erstellen und ihre Bitcoins in eine neu erstellte Wallet zu übertragen. Das einfache Importieren des bestehenden Seeds in eine andere Hardware-Wallet löst das Problem nicht, da die kompromittierte Wiederherstellungsphrase unverändert bleibt.

Der Vorfall hat auch den Wert von mehrschichtiger Sicherheit unterstrichen. Öffentlich dokumentierte Diebstürme betrafen Single-Signature-Wallets, bei denen eine Wiederherstellungsfrist ausreicht, um Geld auszugeben. Multisignatur-Wallets, die mehrere unabhängige Schlüssel benötigen, um eine Transaktion zu genehmigen, bieten zusätzlichen Schutz, da das Kompromittieren einer einzigen Wiederherstellungsphrase keine vollständige Kontrolle über die Vermögenswerte gewährt.

Eine weitere durch den Vorfall aufgeworfene Frage ist, ob künstliche Intelligenz eine Rolle bei der Entdeckung des Fehlers gespielt hat. Coinkite hat angedeutet, dass jemand möglicherweise KI-Tools zur Analyse des öffentlich verfügbaren Quellcodes genutzt hat, wobei das Unternehmen betont hat, dass dies nur eine Hypothese ist. Keine öffentlichen Beweise haben bestätigt, dass KI zur Identifizierung oder Ausnutzung der Schwachstelle eingesetzt wurde.

Der Vorfall Coldcard ist zu einem bedeutenden Beispiel dafür geworden, wie Schwächen in Wallet-Software ansonsten sichere Hardware untergraben können. Obwohl das Kernprotokoll von Bitcoin nie kompromittiert wurde, zeigt der Fehler, dass die Sicherheit selbstverwahrter Kryptowährungen ebenso sehr davon abhängt, dass die Software Wiederherstellungs-Seeds erzeugt, wie von der Kryptografie, die private Schlüssel schützt.