Die Europäische Kommission hat eine Reihe von Gesetzesvorschlägen vorgelegt, die den Umgang mit personenbezogenen Daten in der gesamten Europäischen Union verändern könnten. Die Vorschläge, die als Teil einer umfassenderen Initiative zur Vereinfachung der digitalen Regulierung beschrieben werden, haben bei Datenschutzbefürwortern Besorgnis ausgelöst, die sagen, sie könnten die Kontrolle der Einzelpersonen über ihre eigenen Informationen schwächen.
Im Mittelpunkt der Diskussion steht ein Paket geplanter Änderungen bestehender Digital- und Datenschutzregeln, einschließlich der Anwendung bestimmter Bestimmungen der Datenschutzverordnung. Die Kommission hat erklärt, dass das Ziel darin besteht, die Komplexität zu verringern und die Einhaltung für Organisationen in mehreren EU-Ländern zu erleichtern. Kritiker argumentieren, dass einige der Änderungen das Gleichgewicht von Einzelpersonen hin zu einer breiteren Datennutzung durch Unternehmen und öffentliche Stellen verschieben könnten.
Im aktuellen Rahmen haben Menschen in der EU klare Rechte an ihren persönlichen Daten. Dazu gehört das Recht, zu wissen, wie Daten verwendet werden, auf sie zuzugreifen und zu korrigieren sowie gegen bestimmte Verarbeitungsformen Einspruch zu erheben. Die neuen Vorschläge würden anpassen, wie personenbezogene Daten in bestimmten Kontexten definiert werden, einschließlich wenn Informationen als ausreichend anonymisiert gelten. Datenschutzgruppen warnen, dass lockerere Definitionen es ermöglichen könnten, Daten freier wiederzuverwenden, während sie in der Praxis weiterhin mit Einzelpersonen verknüpft werden.
Ein weiterer Sorgenbereich betrifft, wie Online-Tracking und verwandte Technologien reguliert werden. Die Vorschläge würden einige Regeln, die derzeit unter separater Datenschutzgesetzgebung fallen, in den DSGVO-Rahmen aufnehmen. Obwohl dies eine konsistentere rechtliche Struktur schaffen soll, sagen Kritiker, dass dies auch das erforderliche Einwilligungsniveau für bestimmte Arten der Datenerhebung verringern könnte, je nachdem, wie die Änderungen umgesetzt werden.
Die Kommission hat auch auf die zunehmende Nutzung von Daten für Zwecke wie die Entwicklung und Forschung künstlicher Intelligenz hingewiesen. Es wurde argumentiert, dass klarere und flexiblere Regeln europäische Innovationen unterstützen würden, indem sie einen breiteren Zugang zu Datensätzen ermöglichen. Gegner der Vorschläge sagen, dass dieser Ansatz das Risiko birgt, wirtschaftliche Ziele über die Datenschutzrechte zu stellen, die seit mehr als einem Jahrzehnt ein prägendes Merkmal des EU-Rechts sind.
Zivilgesellschaftliche Gruppen und einige Mitglieder des Europäischen Parlaments haben Bedenken geäußert, dass die Änderungen neue Ausnahmen einführen könnten, die es Einzelpersonen erschweren, zu verstehen oder zu kontrollieren, wie ihre Daten verwendet werden. Sie argumentieren, dass jede Verringerung von Transparenz oder Zustimmungsanforderungen das öffentliche Vertrauen in digitale Dienste und Datenschutzbehörden untergraben würde.
Befürworter der Vorschläge sagen, dass der derzeitige regulatorische Rahmen besonders für kleinere Organisationen schwer zu navigieren sein kann und dass eine Vereinfachung nicht zwangsläufig einen schwächeren Schutz bedeutet. Sie argumentieren, dass klarere Regeln die Einhaltung insgesamt verbessern und die inkonsistente Durchsetzung zwischen den EU-Mitgliedstaaten verringern könnten.
Die Vorschläge befinden sich noch in einem frühen Stadium und werden sowohl vom Europäischen Parlament als auch vom Rat der Europäischen Union geprüft. Änderungsanträge sind wahrscheinlich, bevor irgendeine endgültige Gesetzgebung verabschiedet wird. Das Ergebnis dieses Prozesses wird bestimmen, ob die Änderungen zu einer Neukalibrierung der Datenschutzregeln führen oder das bestehende Maß an individueller Kontrolle über personenbezogene Daten in der gesamten EU erhalten.
