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Die britische Regulierungsbehörde warnt Telegram vor Versagen der Kindersicherheit und möglichen Bußgeldern

Die Kommunikationsaufsichtsbehörde des Vereinigten Königreichs hat eine Untersuchung gegen Telegram eingeleitet, da befürchtet wird, dass die Plattform möglicherweise die Verbreitung illegaler Inhalte im Zusammenhang mit sexuellem Kindesmissbrauch und Online-Grooming nicht verhindern könnte.

 

 

Die von Ofcom geleitete Untersuchung folgt auf Beweise des Canadian Centre for Child Protection, die darauf hindeuten, dass solches Material möglicherweise über den Nachrichtendienst zirkuliert. Die Regulierungsbehörden erklärten, sie würden prüfen, ob Telegram gegen seine Verpflichtungen aus dem britischen Online Safety Act verstoßen hat, der Plattformen verpflichtet, die Verbreitung illegaler Inhalte zu begrenzen und Nutzer, insbesondere Minderjährige, zu schützen.

Die Untersuchung erstreckt sich auch auf zwei weitere Chat-Plattformen, Teen Chat und Chat Avenue, die auf potenzielle Risiken des Groomings untersucht werden. Ofcom stellte fest, dass die frühere Zusammenarbeit mit diesen Diensten nicht genügend Sicherheit bot, dass sie Kinder ausreichend vor Schaden schützten.

Nach dem Online Safety Act müssen Unternehmen, die nutzergenerierte Inhalte hosten, Systeme implementieren, um Risiken im Zusammenhang mit illegalen Aktivitäten zu bewerten und zu mindern. Die Regulierungsbehörden erklärten, sie werden prüfen, ob Telegram geeignete Schutzmaßnahmen zur Erkennung und Entfernung schädlicher Materialien, einschließlich sexueller Kindesmissbrauchsinhalte, errichtet und entfernt hat.

Wenn Verstöße festgestellt werden, hat Ofcom die Befugnis, finanzielle Sanktionen zu verhängen. Die Aufsichtsbehörde erklärte, dass Geldstrafen je nach Schwere des Verstoßes bis zu 18 Millionen Pfund oder 10 % des weltweiten Umsatzes eines Unternehmens betragen könnten.

Die Untersuchung ist Teil einer umfassenderen Durchsetzungsmaßnahme gegen Online-Dienste, die Nutzerinteraktion ermöglichen, einschließlich Messaging-Plattformen und Chatseiten. Die Regulierungsbehörden konzentrieren sich darauf, ob diese Dienste angemessene Maßnahmen ergreifen, um Missbrauch zu verhindern, insbesondere in Fällen der Ausbeutung und Grooming von Minderjährigen.

Telegram hat die Vorwürfe zurückgewiesen und erklärt, dass es Erkennungssysteme implementiert und mit externen Organisationen zusammengearbeitet hat, um die Verbreitung illegaler Inhalte zu verringern. Das Unternehmen erklärte, es sei von der Untersuchung “überrascht” gewesen und habe laut Bericht die Grundlage der Behauptungen in Frage gestellt.

Ofcom erklärte, dass der Untersuchungsprozess das Sammeln von Beweisen und die Feststellung der Verletzung rechtlicher Pflichten umfassen wird. Wenn vorläufige Ergebnisse auf eine Nichteinhaltung hindeuten, erhält das Unternehmen die Möglichkeit zu reagieren, bevor eine endgültige Entscheidung getroffen wird.

Die Aufsichtsbehörde hat keinen Zeitplan für den Abschluss der Untersuchung genannt. Eine endgültige Entscheidung über mögliche Strafen oder Durchsetzungsmaßnahmen wurde noch nicht getroffen.