Die Europäische Kommission hat laut offiziellen Erklärungen und Berichten eine formelle Untersuchung gegen Snapchat eingeleitet, um zu prüfen, ob das Unternehmen den Digital Services Act (DSA) der Europäischen Union beim Schutz von Minderjährigen online einhält.
Die Regulierungsbehörden erklärten, dass die Untersuchung untersuchen wird, ob die Plattform Kinder Risiken wie Grooming-Versuche, kriminelle Rekrutierung und Kontakt mit Erwachsenen, die sich als Minderjährige ausgeben, aussetzt. Die Kommission erklärte, dass Snapchat möglicherweise nicht ausreichende Schutzmaßnahmen ergriffen hat, um solche Interaktionen zu verhindern oder die Exposition gegenüber schädlichen Inhalten zu begrenzen.
Die Untersuchung wird außerdem den Umgang der Plattform mit Inhalten, die mit illegalen oder altersbeschränkten Produkten verbunden sind, einschließlich Drogen, Alkohol und Vapes, überprüfen. Die Behörden vermuten, dass Snapchats Inhaltsmoderationssysteme möglicherweise unwirksam sind, um die Verbreitung von Informationen im Zusammenhang mit dem Verkauf dieser Produkte zu verhindern.
Ein zentraler Schwerpunkt ist die Altersverifikation. Die Kommission stellte fest, dass Snapchat auf selbstdeklarierte Altersüberprüfungen angewiesen ist, die möglicherweise nicht ausreichend verhindern, dass Kinder unter 13 Jahren auf die Plattform zugreifen, noch angemessenen Schutz für Nutzer unter 17 Jahren gewährleisten. Regulierungsbehörden werden außerdem prüfen, ob Werkzeuge zur Meldung minderjähriger Nutzer und illegaler Inhalte zugänglich und wirksam sind.
Die Verantwortlichen prüfen weiterhin die Standard-Kontoeinstellungen und das Design der Plattform. Laut der Kommission bieten diese Einstellungen möglicherweise nicht ausreichende Datenschutz- und Sicherheitsschutzmaßnahmen für Minderjährige, und Nutzer erhalten möglicherweise keine klare Anleitung, wie sie diese anpassen können. Die Behörden äußerten zudem Bedenken hinsichtlich der möglichen Anwendung von Designpraktiken, die es erschweren könnten, Sicherheitswerkzeuge zu finden oder zu verwenden.
Die Untersuchung folgt auf frühere nationale Untersuchungen, darunter eine niederländische Untersuchung zum Verkauf von Vaping-Produkten an Minderjährige über die Plattform. Die Europäische Kommission hat diese Ergebnisse in ihre umfassendere Überprüfung aufgenommen.
Nach dem Digital Services Act sind große Online-Plattformen verpflichtet, Risiken im Zusammenhang mit illegalen Inhalten und der Sicherheit der Nutzer, insbesondere für Minderjährige, zu mindern. Wenn Verstöße bestätigt werden, könnten dem Unternehmen Durchsetzungsmaßnahmen ausgesetzt sein, einschließlich potenzieller finanzieller Sanktionen oder erforderlichen Änderungen an seinen Systemen.
Snapchat erklärte, dass es mit den Regulierungsbehörden kooperiert und seine Schutzmaßnahmen im Rahmen des Prozesses überprüft.
