Die Europäische Kommission hat es abgelehnt, neue Gesetze einzuführen, die Videospielverlage verpflichten, Spiele nach deren Rückzug spielbar zu halten, was einen Rückschlag für eine Verbraucherkampagne darstellt, die mehr als 1,2 Millionen verifizierte Unterschriften in der gesamten Europäischen Union gesammelt hat.
Die Entscheidung ist eine Reaktion auf die European Citizens’ Initiative “Stop Destroying Videogames”, eine Bewegung, die argumentiert, dass Spieler den Zugang zu gekauften Spielen nicht verlieren sollten, wenn Publisher Server abschalten oder den Online-Support einstellen. Die Kampagne gewann an Fahrt nach mehreren aufsehenerregenden Fällen, in denen online-abhängige Spiele nach dem Ende der offiziellen Unterstützung dauerhaft unspielbar wurden.
In ihrer Antwort erklärte die Kommission, sie könne keine rechtliche Verpflichtung auferlegen, die Unternehmen verpflichtet, nach dem Ende ihres kommerziellen Lebenszyklus den Zugang zu Spielen aufrechtzuerhalten. Beamte verwiesen auf bestehende Urheberrechts- und geistiges Eigentumsrecht, die Rechteinhabern weitreichende Kontrolle über ihre Werke und deren Verbreitung geben.
Anstatt eine Gesetzgebung zu verfolgen, erklärte die Kommission, sie werde mit Branchenvertretern, Verbraucherorganisationen und Regulierungsbehörden zusammenarbeiten, um einen freiwilligen Verhaltenskodex zu entwickeln, der festlegt, wie Publisher den End-of-Life-Prozess für Videospiele handhaben. Die Initiative soll bessere Transparenz und klarere Erwartungen an Verbraucher fördern, wenn die Spiele sich dem Stillstand nähern.
Die Entscheidung folgt auf eine umfassendere Debatte über digitales Eigentum. Befürworter der Erhaltungsbewegung argumentieren, dass Verbraucher zunehmend den vollen Preis für Produkte zahlen, die später ohne eigenes Verschulden unzugänglich werden können. Kritiker der verpflichtenden Erhaltungsregeln hingegen argumentieren, dass die unbegrenzte Wartung der Online-Infrastruktur erhebliche technische, rechtliche und finanzielle Herausforderungen für Entwickler und Publisher mit sich bringen würde.
Die Kampagne wurde ursprünglich durch Ubisofts Einstellung der Online-Dienste für The Crew ausgelöst, ein Schritt, der das Rennspiel unspielbar machte und rechtliche Schritte französischer Verbraucherschützer auslöste. Der Fall wurde zu einem Sammelpunkt für Befürworter des Denkmalschutzes, die argumentieren, dass Unternehmen Offline-Modi, private Serveroptionen oder andere Lösungen anbieten sollten, bevor sie den Support einstellen.
Trotz der Ablehnung neuer Gesetze durch die Kommission bestehen die Kampagnenorganisatoren darauf, dass der Kampf noch lange nicht vorbei ist. Befürworter verweisen auf die wachsende Unterstützung im Europäischen Parlament und die anhaltenden Bemühungen, Maßnahmen zur Spielerhaltung durch zukünftige Verbraucherschutz- und digitale Fairness-Initiativen voranzutreiben. Mehrere Gesetzgeber haben die Kommission bereits aufgefordert, Lösungen zu prüfen, die verhindern, dass gekaufte Spiele unbrauchbar werden, wenn offizielle Server abgeschaltet werden.
Vorerst bedeutet die Position der Kommission, dass Publisher keine neuen gesetzlichen Verpflichtungen haben, eingestellte Spiele weiterhin in Betrieb zu halten. Stattdessen setzt die EU auf freiwillige Industriestandards und eine stärkere Durchsetzung bestehender Verbraucherrechte, um einen längeren Zugang zu digitalen Spielen zu fördern.