“Bist du tot?” ist eine in China entwickelte mobile App, die auf einem einfachen Check-in-System für alleinlebende Menschen basiert. Die App fordert die Nutzer auf, in festgelegten Abständen zu bestätigen, dass sie sicher sind, und sendet Warnungen, falls der Nutzer nicht antwortet. Sie ist für Situationen konzipiert, in denen jemand bewusstlos, verletzt oder anderweitig nicht in der Lage ist, andere zu kontaktieren, und in denen ein verpasster Check-in auf einen Bedarf an Nachsorge hinweisen könnte.
Das Hauptfeature der App ist ein zeitlich begrenzter Prompt, bei dem der Nutzer innerhalb eines gewählten Fensters antworten muss. Wenn der Nutzer nicht bestätigt, eskaliert die App, indem sie vertrauenswürdige Kontakte im Voraus benachrichtigt. Die Idee ist, eine automatisierte Sicherheitsroutine zu schaffen, die nicht darauf angewiesen ist, dass der Nutzer daran denkt, Freunden oder Familie Nachrichten zu schreiben, insbesondere in Zeiten, in denen er unterwegs ist, allein arbeitet oder gesundheitliche Situationen bewältigt.
Im Gegensatz zu tragbaren Geräten, die auf Bewegungs- oder Sturzerkennungssensoren setzen, hängt “Bist du tot?” von der Fähigkeit des Nutzers ab, auf eine Aufforderung zu reagieren. Das macht es eher zu einer geplanten Wohlfahrtskontrolle als zu einem medizinischen Überwachungsinstrument. Es bedeutet auch, dass das System Fehlalarme auslösen kann, wenn ein Telefon keinen Akku mehr hat, Benachrichtigungen verzögert sind oder der Nutzer aus alltäglichen Gründen eine Aufforderung verpasst. Die Nützlichkeit der App hängt von den Einstellungen, der zuverlässigen Verbindung und der Frage ab, ob die Kontakte bereit und in der Lage sind, schnell zu reagieren, wenn eine Warnung ausgelöst wird.
Das Konzept spiegelt einen breiteren Trend bei Sicherheitsinstrumenten wider, die versuchen, Entscheidungen zu automatisieren, die normalerweise menschliches Urteilsvermögen erfordern würden. Für alleinlebende Menschen kann das verlockend sein, um die Zeit zwischen einem Vorfall und dem Bemerken eines Problems zu verkürzen. Gleichzeitig wirft es Fragen auf, was passiert, wenn eine App Teil der Notfallplanung wird, und ob Nutzer zu viel Vertrauen in ein Tool setzen, das auf vorhersehbare Weise scheitern kann.
Datenschutz ist ein weiteres Anliegen, da Apps, die auf Notfallwarnungen basieren, möglicherweise sensible personenbezogene Daten benötigen, um wie vorgesehen zu funktionieren. Ein System, das vertrauenswürdige Personen kontaktiert, benötigt möglicherweise Namen, Telefonnummern und andere Kennzeichen. Wenn es den Nutzern auch erlaubt, medizinische Daten oder Notfallnotizen zu speichern, werden die Informationen sensibler. Ein klarer Umgang mit Datenspeicherung, Zugriff und -Speicherung wird zentral dafür, ob eine solche App für Menschen geeignet ist, die bereits gefährdet sein könnten.
Selbst ohne einen bestätigten Sicherheitsvorfall können Datenschutzrisiken durch vage Datenrichtlinien oder weitreichende Berechtigungen entstehen. Informationen, die aus Sicherheitsgründen geteilt werden, können weiterhin missbraucht werden, wenn sie unsicher gespeichert, länger als erwartet aufbewahrt oder über den beabsichtigten Notfallkontext hinaus geteilt werden. Nutzer merken möglicherweise auch nicht, wie viele Informationen über Einstellungen, Standortdienste oder Kontaktzugriff gesammelt werden, je nachdem, wie die App konfiguriert ist.
“Bist du tot?” hebt eine aufkommende Kategorie von Apps hervor, die zwischen persönlicher Sicherheit und persönlichen Daten liegen. Die Idee eines automatisierten Check-ins kann prinzipiell nützlich sein, hängt aber auch von Vertrauen, Transparenz und sorgfältiger Nutzung ab. Für Menschen, die solche Werkzeuge in Betracht ziehen, ist das Konzept möglicherweise am effektivsten, wenn es als Ergänzung zu bestehenden Sicherheitsplänen und nicht als Ersatz betrachtet wird.