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Die mit Russland verbundene Operation Matrjoschka richtet sich vor den Landtagswahlen mit Fake News gegen Deutschland

Deutsche Politiker werden mit erfundenen Strafanzeigen und gefälschten Nachrichtenberichten ins Visier genommen, während eine koordinierte Einflussoperation vor den bevorstehenden Landtagswahlen zunimmt. Die Aktivität wird mit der Operation Matryoshka in Verbindung gebracht, einem langjährigen, mit Russland verbundenen Desinformationsnetzwerk, das erfundene Geschichten als Berichterstattung etablierter Medienorganisationen tarnt.

 

 

Der jüngste Wahlkampf konzentriert sich besonders auf politische Ereignisse, die für 2026 geplant sind, darunter die Landtagswahl am 6. September in Sachsen-Anhalt. Die Operation Matrjoschka war ebenfalls rund um die deutsche Bundestagswahl 2025 aktiv, doch Forscher des Netzwerks haben eine erneute Welle deutschsprachiger Materialien vor den diesjährigen Abstimmungen dokumentiert.

Anstatt sich ausschließlich auf anonyme politische Beiträge zu verlassen, stellen die Betreiber Inhalte her, die wie professioneller Journalismus aussehen sollen. Videos, Bilder und gefälschte Zeitungsseiten reproduzieren visuelle Elemente, die mit anerkannten Medienorganisationen in Verbindung gebracht werden, sodass falsche Anschuldigungen so erscheinen, als kämen sie aus legitimen Redaktionen. Der deutsche Sender ARD und die BBC gehören zu den Marken, die Berichten zufolge von der Kampagne imitiert werden.

Antibot4Navalny, eine anonyme Forschungsgruppe, die russische Online-Einflussoperationen verfolgt, half bei der Identifizierung der Aktivität. Der Name Matryoshka bezieht sich auf russische Nistpuppen und spiegelt das geschichtete Vertriebssystem des Netzwerks wider. Material kann zunächst über ein Konto erscheinen, bevor weitere Konten und automatisierte Profile es anderswo zirkulieren.

Einige der erfundenen Geschichten haben schwerwiegende Anschuldigungen gegen einzelne deutsche Politiker erhoben. Berlins Bürgermeister Kai Wegner wurde fälschlicherweise mit dem angeblichen Mord an einem Profitennisspieler in Verbindung gebracht. Die Erzählung integrierte ein echtes Detail aus Wegners Leben, seine Verbindung zum Tennis, um eine erfundene Behauptung glaubwürdiger erscheinen zu lassen. Ein entsprechendes Verschwinden des mutmaßlichen Opfers wurde nicht gemeldet.

Eric Stehr, ein Kandidat der Linken Partei, ist ein weiteres Ziel. Verschiedene Versionen erfundener Geschichten beschuldigten ihn, seine Großmutter getötet, einen aus Eifersucht motivierten Mord begangen und an geheimen Sexpartys teilgenommen zu haben. Stehr beschrieb öffentlich einige der widersprüchlichen Anschuldigungen gegen ihn und zeigte, wie die Operation mehrere Erzählungen mit derselben Person hervorbringen kann, anstatt eine einheitliche Geschichte zu führen.

Die falschen Berichte bleiben nicht zwangsläufig auf die Berichte beschränkt, in denen sie zuerst erscheinen. Material, das mit der Kampagne in Verbindung steht, wurde auf prorussischen Webseiten und Telegram veröffentlicht, bevor es größere soziale Plattformen erreicht. Das Pravda-Netzwerk wurde Berichten zufolge innerhalb dieses Vertriebssystems genutzt, während X, TikTok und Bluesky zusätzliche Kanäle bereitstellen, um die Inhalte an ein breiteres Publikum zu verbreiten.

Die deutschen Sicherheitsbehörden glauben, dass die umfassendere Aktivität mit Russland in Verbindung steht, so Berichte basierend auf Bewertungen des Sicherheitsdienstes. Die Operation Matrjoschka wurde jedoch nicht öffentlich einer bestimmten russischen Regierungsbehörde eindeutig zugeschrieben, weshalb diese Unterscheidung wichtig ist, wenn man beschreibt, wer letztlich die Operation kontrolliert.

Forscher verfolgen die Matrjoschka-Aktivität mindestens seit 2023. Seine Ziele reichen über die deutsche Politik hinaus und umfassen Wahlen in anderen Ländern sowie bedeutende internationale Ereignisse. In Deutschland konzentriert sich das aktuelle Material auf Politiker, die Moskau kritisch gegenüberstehen, während Parteien, die engere Beziehungen zu Russland befürworten, Berichten zufolge unterschiedlich behandelt wurden.

Die erneute Aktivität erfolgt, während Sachsen-Anhalt sich einer wichtigen Landtagswahl am 6. September nähert. Die deutschen Behörden haben erklärt, dass sie sich von Versuchen bewusst sind, Desinformation zu nutzen, um das politische Umfeld rund um Wahlen zu beeinflussen.

Deutschland hat zudem seine institutionelle Reaktion auf ausländische Einmischung ausgeweitet. Im Juni wurde ein gemeinsames Verteidigungszentrum für hybride Bedrohungen eingerichtet, das Arbeiten zu Desinformation und ausländischem Einfluss umfasst. Die jüngste Matrjoschka-Aktivität gibt den deutschen Behörden nun eine weitere aktive Kampagne, die sie verfolgen sollen, während sich die Wähler auf die bevorstehenden Regionalwahlen des Landes vorbereiten.