Das Information Commissioner’s Office (ICO) des Vereinigten Königreichs hat einer Website für Erwachseneninhalte eine Geldstrafe von 1,83 Millionen Pfund auferlegt, weil sie keine angemessenen Altersverifizierungskontrollen durchgeführt hat, um Kinder am Zugang zu ihren Diensten zu schützen. Die Strafe folgt auf eine Bewertung der Einhaltung der gesetzlichen Anforderungen der Seite zur Einschränkung des Zugangs zu Erwachsenenmaterial.
Das ICO erklärte, der Betreiber habe keine effektiven Systeme eingerichtet, um zu überprüfen, ob Besucher Erwachsene seien, bevor sie altersbeschränktes Material einsehen durften. Nach britischem Recht sind Anbieter von Online-Inhalten für Erwachsene verpflichtet, zu überprüfen, ob Nutzer 18 Jahre oder älter sind, bevor sie Zugang gewähren. Die Aufsichtsbehörde stellte fest, dass die vom Unternehmen verwendeten Methoden unzureichend waren, um das Alter der Nutzer zuverlässig zu bestätigen.
Bei der Bewertung des Falls berücksichtigte das ICO die Anzahl der Personen, die die Seite ohne Überprüfung hätten aufrufen können, sowie die Schwere des Verstoßes gegen die Altersbeschränkung. Die Aufsichtsbehörde erklärte, dass das Fehlen umfassender Alterskontrollen ein Risiko darstelle, dass Kinder unangemessene Inhalte ansehen könnten, und dass der Betreiber Vollzugsmaßnahmen ausgesetzt ist.
Die Geldstrafe von 1,83 Millionen Pfund wurde verhängt, nachdem das ICO festgestellt hatte, dass der Betreiber seine gesetzlichen Pflichten nach dem britischen Alterskontrollsystem nicht erfüllt hatte. Die Strafe berücksichtigt Faktoren wie die Dauer der Nichtbefolgung und die möglichen Auswirkungen auf die Kinder. Das ICO nannte die Erwachsenen-Website in seiner öffentlichen Bekanntmachung nicht namentlich, bestätigte jedoch, dass nach der Untersuchung Durchsetzungsmaßnahmen ergriffen wurden.
Die Regulierungsbehörde betonte, dass Betreiber von Erwachseneninhaltsdiensten Altersverifikationstechnologien einsetzen müssen, die ein hohes Maß an Vertrauen darin bieten, dass Nutzer tatsächlich 18 Jahre oder älter sind. Laut den Richtlinien des ICO umfassen akzeptable Methoden unabhängige Altersprüfungen, die vor der Gewährung des Zugangs durchgeführt werden, anstatt eine einfache Selbstdeklaration der Nutzer.
Bei der Bekanntgabe der Geldstrafe erklärte das ICO, es erwarte, dass Online-Dienstanbieter die Altersbeschränkungen einhalten und Systeme entwerfen, die Kinder vor dem Zugang zu schädlichem Material schützen. Die Durchsetzungsmaßnahme ist Teil der umfassenderen Arbeit der Behörde im Bereich der digitalen Sicherheit, einschließlich der Einhaltung von Datenschutz- und Online-Schadensgesetzen.
Betreiber altersbeschränkter Dienste stehen nun vor klaren regulatorischen Erwartungen, dass die Altersverifikation robust und effektiv sein muss. Das Versäumnis, angemessene Kontrollen umzusetzen, kann zu erheblichen finanziellen Sanktionen und anderen Durchsetzungsmaßnahmen nach britischem Recht führen. Das ICO erklärte, es werde die Einhaltung der Vorschriften im Sektor weiterhin überwachen und gegebenenfalls Maßnahmen ergreifen, um rechtliche Standards einzuhalten, die zum Schutz von Kindern online dienen.