Die Polizei in Dubai wird beschuldigt, elektronische Überwachung eingesetzt zu haben, um Aktivitäten in einer privaten WhatsApp-Gruppe zu erkennen, was laut Aussagen von Interessenvertretungsorganisationen und Berichterstattung zu dem Fall zur Festnahme eines Fluggesellschaftsangestellten führte.
Der Vorfall betrifft eine Flugbegleiterin von Emirates, die festgenommen wurde, nachdem sie in einem geschlossenen WhatsApp-Chat ein Bild zu regionalen Drohnenangriffen mit Kollegen geteilt hatte. Die Nachricht wurde nicht öffentlich veröffentlicht, aber die Behörden sollen sie angeblich durch sogenannte “elektronische Überwachungsoperationen” identifiziert haben.
Laut in der Berichterstattung zitierten Informationen teilte die Person ein Foto, das Rauch von einer Drohnenabfangaktion in Dubai zeigt. Die Ermittler verfolgten daraufhin die Herkunft der Nachricht und identifizierten den Absender, woraufhin der Mitarbeiter Berichten zufolge zu einem Treffen gerufen und festgenommen wurde.
Der Fall wird mit der Durchsetzung der Cyberkriminalitätsgesetze der Vereinigten Arabischen Emirate in Verbindung gebracht, die das Teilen von Inhalten verbieten, die als schädlich für die nationale Sicherheit oder für den Ruf des Landes gelten. Diese Gesetze gelten unter bestimmten Umständen sowohl für öffentliche Beiträge als auch für private Kommunikationen.
Radha Stirling, Geschäftsführerin der Organisation Detained in Dubai, erklärte, dass die Behörden den Einsatz von Überwachung bestätigt hätten, die private WhatsApp-Nachrichten erkennen können. Sie sagte, Personen würden “verfolgt, identifiziert und verhaftet” auf Grundlage privater Austausche und nicht auf öffentlichen Aussagen.
Weitere Berichte deuten darauf hin, dass mehr als ein Mitarbeiter der Fluggesellschaft von ähnlichen Handlungen betroffen sein könnte, wobei mindestens eine Person freigelassen und abgeschoben wurde, während eine weitere weiterhin in Haft ist.
Der Fall ereignete sich in einer Phase erhöhter regionaler Spannungen, als die Behörden davor warnten, Bilder oder Videos im Zusammenhang mit Drohnen- oder Raketenaktivitäten zu teilen. Beamte erklärten, dass die Verbreitung solcher Materialien rechtliche Konsequenzen nach den bestehenden Vorschriften haben könnte.
Details zu den Überwachungsmethoden wurden bisher nicht öffentlich bekanntgegeben. Es bleibt unklar, ob der Zugang zu den WhatsApp-Inhalten eine direkte Abhörung, eine Untersuchung auf Geräteebene oder Informationen auf anderem Wege beinhaltete. Messaging-Plattformen wie WhatsApp geben an, dass Nachrichten durch eine Ende-zu-Ende-Verschlüsselung geschützt sind, die verhindert, dass Dritte während der Übertragung Inhalte lesen.
Der Fluggesellschaftsmitarbeiter befindet sich laut Berichten weiterhin in Haft, während der Fall durch die staatliche Sicherheitsstrafverfolgung läuft. Es wurde keine offizielle Erklärung veröffentlicht, die den technischen Prozess zur Identifizierung der Nachricht oder den vollständigen Umfang der Überwachungsaktivitäten bestätigt.