Die französische Nationalversammlung hat ein Gesetz verabschiedet, das den Zugang zu sozialen Medien für Kinder unter 15 Jahren verbieten würde und die Maßnahme nach einer Abstimmung am 26.–27. Januar 2026 dem Gesetz näherbringt. Das Gesetz muss noch vom französischen Senat geprüft werden, bevor es in Kraft treten kann.
Das Gesetz, das von Präsident Emmanuel Macron vorangetrieben wurde, würde digitale Plattformen verpflichten, Kindern unter 15 Jahren den Zugang zu sozialen Mediendiensten innerhalb Frankreichs zu verwehren. Während der Debatte zur Nationalversammlung äußerten die Gesetzgeber Bedenken hinsichtlich mutmaßlicher Schäden im Zusammenhang mit der frühen und umfangreichen Nutzung sozialer Netzwerke, einschließlich Auswirkungen auf die psychische Gesundheit und der Exposition gegenüber unangemessenen Inhalten. Das Unterhaus genehmigte die Maßnahme mit deutlichem Vorsprung, was breite politische Unterstützung für die Initiative widerspiegelt.
Nach dem Vorschlag sollten Plattformen, die als soziale Netzwerke identifiziert werden, in eine Liste aufgenommen werden, die von der nationalen Medienaufsichtsbehörde geführt und ausdrücklich für Nutzer unter 15-Jährigen verboten wird. Plattformen, die ein geringeres Risiko darstellen, konnten nur mit ausdrücklicher elterlicher Zustimmung zugänglich sein. Das Gesetz schlägt außerdem vor, das bestehende Verbot der Mobilfunknutzung in einigen Schulen in Frankreich auf weiterführende Schulen auszuweiten, um Ablenkungen zu reduzieren und die Bildschirmzeit während der Unterrichtszeit zu begrenzen.
Macron hat die Gesetzgeber aufgefordert, die Gesetzgebung zu beschleunigen, damit sie bis zum Beginn des Schuljahres 2026–27 im September in Kraft treten kann. Er formulierte den Vorschlag als Maßnahme zum Schutz des emotionalen Wohlbefindens junger Menschen und sagte, dass die Entwicklung von Kindern nicht von Algorithmen beeinflusst werden sollte, die darauf ausgelegt sind, das Engagement zu maximieren. Das Büro des Präsidenten hat öffentliche Stellungnahmen abgegeben, in denen die Notwendigkeit klarerer Regeln für Familien, Lehrer und Kinder bezüglich digitaler Geräte und Nutzung sozialer Medien betont werden.
Die Gesetzgebung folgt ähnlichen Maßnahmen in anderen Ländern. In Australien verbietet ein Ende 2025 verabschiedetes Gesetz Kindern unter 16 Jahren den Zugang zu großen sozialen Medienplattformen ohne Altersnachweis. Dänemark hat außerdem zugestimmt, den Zugang zu sozialen Netzwerken für unter 15-Jährige einzuschränken. Die Welle von Vorschlägen spiegelt das wachsende politische Interesse an der Regulierung der Online-Erfahrungen von Kindern wider.
Kritiker des französischen Gesetzes haben hinterfragt, wie die Altersüberprüfung umgesetzt werden soll und ob Durchsetzungsmechanismen wirksam sein würden. Einige Kommentatoren haben erklärt, dass zuverlässige Systeme erforderlich sein werden, um zwischen unter 15-Jährigen und älteren Nutzern zu unterscheiden, ohne die Privatsphäre oder den Zugang zu erlaubten Online-Diensten zu untergraben. Gesetzgeber und Interessengruppen diskutieren weiterhin die praktischen Details vor der Überprüfung durch den Senat.