Französische Staatsanwälte führten eine Razzia in den Pariser Büros von X durch, der Social-Media-Plattform des US-amerikanischen Unternehmens von Elon Musk, im Rahmen einer strafrechtlichen Untersuchung angeblicher Algorithmusfehler und anderer möglicher Straftaten. Die Maßnahme wurde am 3. Februar 2026 von der Cyberkriminalitätseinheit der Staatsanwaltschaft mit Unterstützung der französischen Polizei und Europol durchgeführt.

 

 

Die Untersuchung wurde im Januar 2025 eingeleitet, nachdem Gesetzgeber sich über mögliche Voreingenommenheit und Manipulation in den automatisierten Systemen der Plattform beschwert hatten. Die Staatsanwälte untersuchten zunächst, ob Algorithmen den Betrieb der automatisierten Datenverarbeitung verzerren haben könnten, doch die Untersuchung wurde inzwischen auf ein breiteres Spektrum von Vorwürfen im Zusammenhang mit Inhalten und Verhalten auf dem Dienst ausgeweitet. Die Behörden legten zum Zeitpunkt der Razzia keine detaillierten Ergebnisse vor.

Die erweiterte Untersuchung beinhaltet eine Überprüfung des Verhaltens der künstlichen Intelligenzfunktionen von X, einschließlich der Chatbot-Technologie, nach Berichten, dass diese Systeme sexuell explizite Deepfake-Bilder und Inhalte produzierten, die möglicherweise gegen französisches Recht verstoßen. Lokale Behörden haben zudem Bedenken im Zusammenhang mit verbotenem Material wie sexuellem Kindesmissbrauch und Holocaust-Leugnung genannt, die nach dem französischen Strafgesetzbuch illegal sind. Die Untersuchung versucht festzustellen, ob Personen, die mit der Plattform verbunden sind, an solchem Verhalten beteiligt waren oder dieses Verhalten über die Systeme von X ermöglicht haben.

Die Pariser Staatsanwaltschaft hat Anträge auf freiwillige Interviews mit Elon Musk und der ehemaligen Geschäftsführerin des Unternehmens, Linda Yaccarino, gestellt, die für den 20. April 2026 geplant sind. Andere Mitarbeiter der französischen Einheit X werden ebenfalls als Zeugen im Rahmen der Ermittlungen erwartet. Die Staatsanwaltschaft erklärte, die Untersuchung ziele darauf ab, die Einhaltung des französischen Rechts durch die Plattform sicherzustellen, da diese innerhalb des nationalen Territoriums tätig ist.

In der Erklärung zur Bekanntgabe der Razzia erklärte die Staatsanwaltschaft, sie werde die Kommunikation über X einstellen und stattdessen alternative Kanäle für öffentliche Bekanntmachungen nutzen. X hat sich öffentlich nicht zu der jüngsten Suche geäußert, und das Unternehmen reagierte nicht sofort auf Anfragen. Die französischen Behörden betonten, dass sich die Untersuchung noch in einem frühen Stadium befindet und dass das Rechtsverfahren im Jahr 2026 eine detaillierte Überprüfung von Beweisen und Zeugenaussagen umfassen wird.

Hinterlasse eine Antwort