Akten, die mit der FBI-Ermittlung gegen Jeffrey Epstein verbunden sind, wurden laut Dokumenten des Justizministeriums und einer mit dem Vorfall vertrauten Quelle 2023 von einem ausländischen Hacker im New Yorker Büro abgerufen.
Der Einbruch erfolgte im FBI-Child Exploitation Forensic Laboratory in New York, wo die Ermittler digitale Beweise zum Fall speicherten. Laut den von Reuters eingesehenen Dokumenten erhielt der Hacker Zugang zu einem Server mit Dateien, die mit den Ermittlungen gegen Epstein in Verbindung stehen, dem Finanzier, der wegen Sexualdelikten gegen Minderjährige verurteilt wurde und 2019 starb.
Beamte erklärten, der Angreifer habe sich eher als ein einzelner Cyberkrimineller gehandelt und nicht um einen von der Regierung unterstützten Akteur. Dem Hacker wurde Berichten zufolge zunächst nicht bewusst, dass das System dem FBI gehörte. Nachdem er auf verstörendes Material auf dem Server gestoßen war, hinterließ der Eindringling angeblich eine Nachricht, in der er drohte, den Besitzer bei den Strafverfolgungsbehörden zu melden, bevor er erfuhr, dass das System den Bundesbehörden gehörte.
Die Sicherheitslücke wurde im Februar 2023 entdeckt. Interne Dokumente deuten darauf hin, dass der Server während der Arbeit mit digitalen Beweismitteln im Zusammenhang mit der Untersuchung ungeschützt zurückgelassen wurde. Die Schwachstelle ermöglichte es dem Hacker, auf Dateien zuzugreifen, bevor das Problem entdeckt wurde.
Das FBI erklärte, das Ereignis sei als “Cybervorfall” behandelt worden und bezeichnete es als isoliert. Laut dem Büro schränkten die Ermittler den Zugang des Angreifers ein und sicherten das Netzwerk, sobald die Sicherheitslücke identifiziert wurde.
Die Behörden haben nicht bekannt gegeben, auf welche spezifischen Dateien zugegriffen wurden oder ob irgendwelche Informationen heruntergeladen wurden. Auch die Identität und der Aufenthaltsort des Hackers wurden nicht öffentlich bestätigt.
Die im Bericht erwähnten Dokumente wurden kürzlich im Rahmen laufender Offenlegungen im Zusammenhang mit der Epstein-Untersuchung veröffentlicht. Das US-Justizministerium hat in den letzten Monaten umfangreiche Sammlungen von Material im Zusammenhang mit dem Fall veröffentlicht, nachdem Gesetze zur Freigabe der verbleibenden Unterlagen vorgeschrieben wurden.
Beamte erklärten, die Untersuchung des Verstoßes sei weiterhin andauernd. Das FBI hat keine weiteren Details zu dem Vorfall oder darüber, ob nach dem Einbruch weitere Sicherheitsänderungen umgesetzt wurden, bekannt gegeben.
