Ein Phishing-Angriff gegen einen Mitarbeiter des US-Luft- und Verteidigungslieferanten IEH Corporation verschaffte einer unbefugten Partei Zugang zu einem Microsoft 365-Postfach mit potenziell sensiblen Geschäfts- und Ingenieurinformationen.
Das IEH hat den Vorfall in einem Formular 8-K bei der US-Börsenaufsichtsbehörde Securities and Exchange Commission bekanntgegeben. Laut dem Unternehmen sprach der Angreifer einen Mitarbeiter an, gab sich als potenzieller Geschäftskontakt aus und schickte offenbar einen legitimen Microsoft-Dokumentenaustausch-Link.
Der Mitarbeiter folgte dem Link und wurde auf eine betrügerische Microsoft-365-Anmeldeseite weitergeleitet. Nachdem die Zugangsdaten eingegeben wurden, konnte der Angreifer auf das E-Mail-Konto des Mitarbeiters zugreifen.
Das IEH hat keine Beweise dafür gemeldet, dass die kompromittierten Zugangsdaten verwendet wurden, um in andere Unternehmenssysteme einzudringen. Der betroffene Briefkasten enthielt eine Reihe von Geschäftsinformationen. Laut der SEC-Einreichung hatte die unautorisierte Partei möglicherweise Zugriff auf E-Mails und Anhänge, Kundenkommunikation, Bestellungen und technische Unterlagen.
Einige im Konto gespeicherte Informationen könnten ebenfalls US-Exportkontrollen unterworfen gewesen sein. Das IEH hat nicht genau bekannt gegeben, welche technischen Dokumente zugänglich waren oder ob der Angreifer bestimmte Dateien eingesehen hat. Das Unternehmen erklärte außerdem, dass seine Untersuchung bisher keine Hinweise darauf gefunden hat, dass Informationen aus dem Briefkasten erfolgreich heruntergeladen oder anderweitig entfernt wurden.
Ebenso hat das IEH keine Beweise gefunden, dass der Angreifer das kompromittierte Konto genutzt hat, um unautorisierte E-Mails zu senden. Das Unternehmen reagierte, indem es das betroffene Konto sicherte und das Postfach deaktivierte. Digitale Beweise wurden für die forensische Analyse aufbewahrt, und die Untersuchung des Kompromisses ist weiterhin im Gange.
Die IEH Corporation stellt Hochleistungsteckverbinder her, die für anspruchsvolle Luft- und Raumfahrt- und Verteidigungsanwendungen entwickelt wurden. Seine Komponenten werden in Ausrüstung wie Satelliten, Kampfflugzeugen, boden- und luftgestützten Radarsystemen sowie Torpedos verwendet. Die Produkte des Unternehmens werden auch in Systemen verwendet, die mit Plattformen wie Patriot und THAAD verbunden sind.
Aufgrund der Art der Informationen im Briefkasten wirft der Vorfall Fragen auf, was der Eindringling während des unbefugten Zugriffs gesehen haben könnte. Die Offenlegung des IEH stellt jedoch nicht fest, dass ein bestimmtes technisches Dokument oder eine exportkontrollierte Datei tatsächlich vom Angreifer erhalten wurde.
Der Angriff selbst beruhte auf einer Imitation und nicht auf einer gemeldeten Kompromittierung der Microsoft-Infrastruktur. Indem er die Phishing-Nachricht als Kommunikation eines potenziellen Geschäftskontakts präsentierte und den Mitarbeiter auf eine gefälschte Dokumenten-Sharing-Seite leitete, konnte der Angreifer gültige Microsoft 365-Zugangsdaten erhalten.
Das IEH hat nicht öffentlich bekannt gegeben, wie lange die unbefugte Partei Zugang zum Postfach hatte oder die Person oder Gruppe identifiziert, die für den Angriff verantwortlich ist.
Das Unternehmen erklärte, dass es auf Grundlage der bei der Einreichung der SEC-Einreichung verfügbaren Informationen nicht erwartet, dass der Sicherheitsvorfall wesentlich nachteilige Auswirkungen auf seine Geschäftsabläufe haben wird.
Die Untersuchung läuft weiter, und das IEH hat keine bestätigte Datenexfiltration aus dem kompromittierten Postfach gemeldet.