Mehrere indische Bundesstaaten prüfen, ob sie altersabhängige Beschränkungen für die Nutzung sozialer Medien durch Kinder einführen sollen, während Beamte darüber debattieren, wie Online-Sicherheit und Datenschutz für Minderjährige umgesetzt werden sollen. Die Diskussionen konzentrieren sich darauf, den Zugang für Nutzer unter 16 Jahren einzuschränken und eine stärkere elterliche Kontrolle über die Online-Aktivitäten von Kindern zu verlangen.
Beamte in Goa, einem Küstenstaat im Westen Indiens, erklärten, sie prüfen ein mögliches Verbot der Nutzung sozialer Medien für Kinder unter 16 Jahren. Vertreter der Bundesstaaten äußerten Bedenken hinsichtlich der Exposition gegenüber schädlichen Inhalten, übermäßiger Bildschirmzeit und möglichen Auswirkungen auf die psychische Gesundheit. Der Vorschlag wurde in internen Regierungsdiskussionen vorgebracht, aber es wurde keine Regel verabschiedet und kein Gesetzentwurf veröffentlicht.
In Andhra Pradesh, einem Bundesstaat im Süden Indiens, haben die Minister auch darüber gesprochen, ob Altersgrenzen oder zusätzliche Schutzmaßnahmen für junge Nutzer notwendig sind. Lokale Medien berichteten, dass die Angelegenheit zur Überprüfung durch ein staatliches Gremium angesetzt wurde. Beamte erklärten, das Ziel sei es, die Risiken für die Kindersicherheit zu bewerten und zu prüfen, welche rechtlichen oder technischen Maßnahmen ergriffen werden könnten, falls die Beschränkungen fortgesetzt werden.
Die Debatte in den indischen Bundesstaaten folgt auf nationale Stellungnahmen von politischen Beratern. Indiens Chefwirtschaftsberater schlug kürzlich vor, dass altersbezogene Beschränkungen und eine stärkere Altersverifikation auf sozialen Medienplattformen helfen könnten, Minderjährige vor zwanghaftem Gebrauch und schädlichem Material zu schützen. Diese Bemerkungen wurden als politische Empfehlungen und nicht als verbindliche Entscheidungen präsentiert.
Auf nationaler Ebene hat Indien kein generelles Verbot von sozialen Medien für Kinder eingeführt. Das Digital Personal Data Protection Act von 2023, das vom Parlament Indiens verabschiedet wurde, legt Regeln dafür fest, wie Unternehmen mit personenbezogenen Daten umgehen. Entwürfe der mit dem Gesetz verbundenen Regeln verlangen von Online-Plattformen, eine überprüfbare elterliche Zustimmung einzuholen, bevor personenbezogene Daten von Nutzern unter 18 Jahren verarbeitet werden. Das Gesetz verbietet Kindern nicht die Nutzung sozialer Medien, sondern überträgt Compliance-Pflichten bei Unternehmen, die Daten sammeln und verarbeiten.
Die Regulierung sozialer Medien für Minderjährige wird auch in anderen Ländern diskutiert. Regierungen in Teilen Europas und Australiens haben die Jugendsicherheitsregeln überprüft oder eingeführt, die Alterskontrollen und Pflichten zur elterlichen Zustimmung enthalten. Diese internationalen Beispiele wurden in indischen politischen Diskussionen eher als Referenzpunkte als als Modelle angeführt, denen Indien folgt.
Vertreter großer Plattformen haben erklärt, dass Altersverifikations- und elterliche Einwilligungssysteme technisch komplex sein können und eigene Datenschutzfragen aufwerfen. Kinderschutzgruppen in Indien fordern klare Standards und eine konsequente Durchsetzung, falls neue Regeln eingeführt werden.
Derzeit befinden sich die Vorschläge in Goa und Andhra Pradesh noch in der Diskussionsphase. Jede verbindliche Einschränkung des Zugangs zu sozialen Medien würde formelle staatliche Maßnahmen oder nationale Gesetzgebung erfordern. Ein Zeitplan für Entscheidungen wurde noch nicht bekannt gegeben.
