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Italien bestraft Cloudflare mit 14 Millionen Euro wegen Versäumnissen bei der Anti-Piraterie-Compliance

Die italienische Kommunikationsaufsichtsbehörde AGCOM hat Cloudflare eine Geldstrafe von 14,2 Millionen Euro verhängt, da sie nationale Anti-Piraterie-Anforderungen nicht eingehalten habe. Die Entscheidung betrifft Cloudflares Umgang mit Anordnungen, die im Rahmen des italienischen Piratacy Shield-Systems erlassen wurden, das eine schnelle Sperrung von Online-Diensten mit nicht autorisierten Inhalten vorsieht.

 

 

AGCOM erklärte, dass Cloudflare nicht auf mehrere Sperranfragen reagiert habe, die sich auf Domainnamen und Internetadressen bezogen, die mit illegalen Live-Sportstreams und anderem urheberrechtlich geschütztem Material verbunden sind. Nach den Regeln des Piracy Shield sind Anbieter, die an der Weiterleitung oder Lösung des Internetverkehrs beteiligt sind, verpflichtet, den Zugriff innerhalb von 30 Minuten nach Erhalt einer verifizierten Benachrichtigung zu blockieren. Die Aufsichtsbehörde erklärte, dass der öffentliche DNS-Dienst von Cloudflare weiterhin den Zugriff auf markierte Seiten nach Erteilung der Anordnungen löste.

Der Piracy Shield wurde eingeführt, um Rechteinhabern nahezu in Echtzeit die Blockierung von Online-Piraterie zu ermöglichen, insbesondere bei Live-Sportveranstaltungen. Das System gilt für Internetdienstanbieter, Hosting-Dienste und DNS-Resolver, die in Italien betrieben werden. AGCOM erklärte, dass Cloudflare unter den Anwendungsbereich der Regeln fälle, da seine Dienste von italienischen Nutzern genutzt werden, um auf Online-Inhalte zuzugreifen.

Cloudflare hat das Urteil angefochten. Das Unternehmen erklärte, dass das Filtern seines öffentlichen DNS-Resolvers technisch komplex wäre und Nutzer außerhalb Italiens betreffen könnte. Es wurde argumentiert, dass DNS-basierte Sperre das rechtmäßige Verkehr stören und die Stabilität und Neutralität der Internetinfrastruktur untergraben könnte. Cloudflare hat zudem Bedenken hinsichtlich des Fehlens einer vorherigen gerichtlichen Aufsicht im Piracy Shield-Prozess geäußert.

AGCOM wies diese Argumente zurück und erklärte, dass Cloudflare technisch in der Lage sei, gezielte Sperranordnungen ohne weitreichende Unterbrechungen zu erfüllen. Die Aufsichtsbehörde erklärte, die Geldstrafe spiegele die Schwere wiederholter Nichteinhaltung wider und liege innerhalb der Grenzen des italienischen Rechts, das Strafen von bis zu 2 % des Jahresumsatzes für Verstöße gegen Vorschriften erlaubt.

Cloudflare hat angedeutet, dass es plant, gegen die Entscheidung über das italienische Rechtssystem Berufung einzulegen. Unternehmensvertreter haben den Durchsetzungsrahmen kritisiert und gewarnt, dass das Urteil beeinflussen könnte, wie globale Internetdienste innerhalb der einzelnen nationalen Rechtsordnungen funktionieren.

Der Fall verdeutlicht anhaltende Spannungen zwischen der nationalen Anti-Piraterie-Durchsetzung und globalen Internetinfrastrukturanbietern. Kritiker von Piracy Shield warnen, dass schnelle Sperrmechanismen das Risiko eingehen, rechtmäßige Inhalte zu überblocken und den Zugang zu Informationen einzuschränken. Befürworter argumentieren, dass das System notwendig ist, um groß angelegte Urheberrechtsverletzungen zu bekämpfen, die traditionelle Gerichtsverfahren nicht schnell genug bewältigen können.

Weitere Gerichtsverfahren werden erwartet, da Cloudflare die Geldstrafe anfechtet. Das Ergebnis könnte beeinflussen, wie ähnliche Anti-Piraterie-Regime auf internationale Technologieunternehmen angewendet werden, die grenzüberschreitend tätig sind.