Ein Unternehmen für künstliche Intelligenz hat etwa 3 Millionen Nutzerfotos gelöscht, die von der Dating-Plattform OkCupid stammen, nachdem eine US-Behörde zu Datenaustauschpraktiken durchgeführt wurde.
Das Problem resultiert aus einer Datenübertragung im Jahr 2014, bei der OkCupid Benutzerbilder sowie demografische und standortbezogene Daten an Clarifai, ein US-amerikanisches Unternehmen für künstliche Intelligenz, das Gesichtserkennungssysteme entwickelt, zur Verfügung stellte. Laut der US Federal Trade Commission erfolgte der Datenaustausch ohne Information der Nutzer und widersprach den Datenschutzrichtlinien der Plattform.
Die FTC leitete eine Untersuchung der Vereinbarung ein, nachdem 2019 Berichte aufgetaucht waren. Im März 2026 erzielte die Agentur eine Einigung mit OkCupid und dessen Muttergesellschaft Match Group wegen Vorwürfen, dass Nutzer über den Umgang mit ihren persönlichen Daten in die Irre geführt worden seien.
Im Rahmen des Ergebnisses bestätigte Clarifai, dass sowohl der Datensatz als auch alle mit den Bildern trainierten Machine-Learning-Modelle gelöscht wurden. Das Unternehmen bescheinigte die Löschung im April 2026 gegenüber den Aufsichtsbehörden und erklärte, dass die Daten nicht mit Dritten geteilt worden seien.
Die Fotos wurden verwendet, um Gesichtserkennungssysteme zu trainieren, die Merkmale wie Alter, Geschlecht und andere Merkmale identifizieren können. Diese Systeme basieren auf großen Bilddatensätzen, um Genauigkeit und Leistung zu verbessern.
Die Regulierungsbehörden erklärten, dass die ursprüngliche Datenübertragung gegen bundesstaatliche Regeln zu irreführenden Geschäftspraktiken verstoße, da die Datenschutzrichtlinie von OkCupid vorsah, dass Nutzerinformationen ohne Zustimmung nicht mit nicht verwandten Dritten geteilt werden dürften.
Die Einigung beinhaltet keine finanziellen Strafen, da die FTC nicht befugt ist, für diese Art von Verstößen nach geltendem Recht Geldstrafen zu verhängen. Die Vereinbarung verlangt jedoch, dass OkCupid und Match Group ihre Datenpraktiken in Zukunft nicht falsch darstellen und laufende Aufsichtsbedingungen einhalten.
Clarifai wurde in dem Fall nicht des Fehlverhaltens beschuldigt. Das Unternehmen erklärte, dass es auf regulatorische Bedenken reagiert habe, indem es die Daten und zugehörigen Modelle nach Einigung entfernt habe.
Die Untersuchung bleibt Teil einer umfassenderen Untersuchung darüber, wie nutzergenerierte Daten zur Schulung von KI-Systemen verwendet werden. Die Behörden haben keine weiteren Durchsetzungsmaßnahmen im Zusammenhang mit dem Fall angekündigt.