Eine Jury in New Mexico hat Meta zur Zahlung von 375 Millionen Dollar an zivilrechtlichen Strafen verurteilt, nachdem festgestellt wurde, dass das Unternehmen in einem Fall zur Kindersicherheit auf seinen Plattformen gegen staatliche Verbraucherschutzgesetze verstoßen hat.
Die Klage wurde vom Generalstaatsanwalt von New Mexico, Raúl Torrez, eingereicht, der das Unternehmen beschuldigte, Nutzer über die Sicherheit seiner Dienste, darunter Facebook, Instagram und WhatsApp, in die Irre geführt und sexuelle Ausbeutung von Kindern ermöglicht zu haben. Laut Gerichtsfeststellungen stellte die Jury fest, dass Meta nach dem Unfair Practices Act des Bundesstaates irreführende und unentschuldbare Praktiken begangen hatte.
Die Geschworenen stellten fest, dass das Unternehmen es versäumt hatte, minderjährige Nutzer ausreichend zu schützen und schädliche Interaktionen auf seinen Plattformen zuließ. Das Urteil folgte auf einen Prozess, bei dem interne Unternehmensdokumente, Sachverständigenaussagen und Beweise aus einer staatlichen Untersuchung geprüft wurden.
Der Fall basierte teilweise auf einer verdeckten Operation im Jahr 2023, die von staatlichen Ermittlern durchgeführt wurde. Die Behörden erstellten Konten, die sich als Nutzer unter 14 Jahren ausgaben, und berichteten, sexuell explizites Material und Kontakt von Erwachsenen erhalten zu haben, die ähnliche Inhalte suchten. Die Ermittlungen führten laut Angaben der Behörden zu strafrechtlichen Anklagen gegen mehrere Personen.
Die Jury identifizierte 75.000 Verstöße gegen das Landesrecht und verhängte eine Strafe von 5.000 Dollar pro Verstoß, was zu einer Gesamtgeldstrafe von 375 Millionen Dollar führte.
Staatsanwälte argumentierten, dass Meta nicht ausreichende Sicherheitsmaßnahmen, einschließlich einer effektiven Alterskontrolle, umgesetzt und die bekannten Risiken seiner Plattformen nicht angemessen adressiert habe. Sie behaupteten außerdem, dass bestimmte Produktmerkmale die Nutzerbindung trotz Hinweisen auf Schäden für jüngere Nutzer erhöht hätten.
Meta wies die Vorwürfe zurück und erklärte, dass es plant, gegen das Urteil Berufung einzulegen. Ein Unternehmenssprecher sagte, das Unternehmen arbeite daran, Nutzer zu schützen, und räumte die Herausforderungen an, schädliche Inhalte in großem Umfang zu identifizieren und zu entfernen.
Der Prozess dauerte mehrere Wochen und beinhaltete Zeugenaussagen von Unternehmensvertretern, Sicherheitsexperten und weiteren Zeugen. In einer separaten Phase, die für Mai geplant ist, wird ein Richter zusätzliche Ansprüche und mögliche Rechtsmittel prüfen, einschließlich möglicher Änderungen an den Plattformen des Unternehmens.