Ein nordkoreanischer Remote-IT-Mitarbeiter schaffte es, eine Anstellung für eine US-Bundesbehörde zu bekommen und blieb dort mehrere Monate, bevor er entdeckt wurde, so ein FBI-Beamter. Der Fall bringt ein Betrugsschema vor, das bereits dafür verantwortlich ist, zahlreiche amerikanische Unternehmen direkt in die Bundesregierung einzuschleusen.
Todd Hemmen, stellvertretender stellvertretender Direktor der Cyber Capabilities Branch des FBI, enthüllte den Fall während einer Podiumsdiskussion auf einer Konferenz. Er sagte, das FBI habe den Mitarbeiter in der Vorwoche identifiziert, aber nur wenige Details genannt, da die Ermittlungen weiterhin laufen. Die beteiligte Bundesbehörde wurde nicht öffentlich identifiziert, und das FBI hat nicht offengelegt, auf welche Systeme oder Informationen die Person Zugriff haben könnte.
Hemmen bezeichnete den Fall als überraschend und stellte die Frage, wie die Verfahren der nicht näher genannten Behörde dies ermöglicht hätten. Er bestätigte außerdem, dass nordkoreanische IT-Worker-Programme Regierungsorganisationen betreffen, obwohl private Unternehmen weiterhin einen deutlich größeren Anteil der bekannten Fälle ausmachen.
Die Entdeckung ist besonders bemerkenswert, weil US-Behörden jahrelang untersucht haben, wie nordkoreanische Staatsangehörige ihre Identität tarnen, um legitime Technologiejobs zu erhalten. Das FBI erklärt, dass diese Operationen Methoden wie gestohlene Identitäten, falsche Online-Profile, Proxy-Computer und Personen innerhalb der Vereinigten Staaten verwenden, um den tatsächlichen Aufenthaltsort der Arbeiter zu verbergen.
In manchen Systemen sendet ein Arbeitgeber seinen Firmenlaptop an die scheinbar US-Adresse des Arbeitnehmers. Das Gerät wird stattdessen an einem Ort aufbewahrt, der von einem Vermittler kontrolliert und aus der Ferne aus dem Ausland zugänglich ist. Diese Regelungen, die allgemein als “Laptop-Farmen” bezeichnet werden, können den Eindruck erwecken, dass die Netzwerkaktivitäten aus den Vereinigten Staaten stammen, während sich die ausführende Person anderswo befindet.
Das FBI hat gewarnt, dass das Ziel über das Einholen von Gehältern hinausgehen kann. Nordkoreanische IT-Mitarbeiter wurden dabei beobachtet, wie sie Zugang zu sensiblen Unternehmensinformationen erhielten, proprietäre Daten stahlen und in einigen Fällen gestohlene Informationen für Erpressung nutzten, nachdem ihre Aktivitäten entdeckt wurden. US-Behörden sagen, dass Einnahmen aus betrügerischer Beschäftigung auch zugunsten der nordkoreanischen Regierung verwendet werden.
Der jüngste Bundesfall ist nicht das erste Mal, dass ein mutmaßlicher nordkoreanischer Arbeiter Zugang zu US-Regierungssystemen erhalten hat. Eine frühere Anklage des Justizministeriums betraf den in Maryland lebenden Minh Phuong Ngoc Vong, der auf betrügerische Weise Softwareentwicklungsstellen sicherte und ausländischen Arbeitern erlaubte, die Arbeit mit seinen Qualifikationen auszuführen.
Eine Position betraf ein Technologieunternehmen aus Virginia, das Vong einen Vertrag mit der Federal Aviation Administration zuwies. Das Projekt umfasste Software, die von Regierungsbehörden zur Verwaltung sensibler Informationen im Zusammenhang mit der nationalen Verteidigung eingesetzt wird. Ein ausländischer Arbeiter, der in China lebte und laut Gerichtsunterlagen wahrscheinlich Nordkoreaner war, führte die Arbeit zwischen März und Juli 2023 aus der Ferne aus.
Das System ging über die FAA hinaus. Laut dem Justizministerium nutzte Vong betrügerische Angaben, um zwischen 2021 und 2024 Positionen bei mindestens 13 US-Unternehmen zu erhalten. Mehrere stellten seine Dienste für Regierungsbehörden zur Verfügung, sodass ausländische Verschwörer Zugang zu sensiblen US-Regierungssystemen erhielten. Vong wurde im Dezember 2025 zu 15 Monaten Haft verurteilt.
Das Ausmaß der umfassenderen Operation ist auch durch andere Strafverfolgungen klarer geworden. Im April 2026 gab das Justizministerium Strafen für zwei US-Staatsangehörige bekannt, die nordkoreanischen Remote-Arbeitern geholfen hatten, Stellen bei mehr als 100 amerikanischen Unternehmen zu bekommen. Diese Operation nutzte mindestens 80 gestohlene Identitäten und generierte mehr als 5 Millionen Dollar an illegalen Einnahmen für Nordkorea.
Die Identität der an dem neu bekannten Vorfall beteiligten Bundesbehörde, die genaue Position des Arbeiters und der Zugang wurden nicht öffentlich gemacht. Das FBI hat erklärt, dass der Fall weiterhin untersucht wird, wobei diese Details ungeklärt bleiben.