Match Group, ein US-amerikanisches Unternehmen, das Dating-Plattformen wie OkCupid besitzt, hat sich laut Gerichtsunterlagen bereit erklärt, eine von der US Federal Trade Commission eingereichte Klage zu einigen, weil OkCupid Nutzerdaten ohne ordnungsgemäße Offenlegung mit Dritten geteilt habe.
Der Fall betrifft den Umgang mit Nutzerdaten durch OkCupid, einen Online-Dating-Service, der von Humor Rainbow, Inc., einer Tochtergesellschaft der Match Group, betrieben wird. Die Regulierungsbehörden erklärten, dass die Plattform Daten mit Clarifai, einem Technologieunternehmen, das Gesichtserkennungssysteme entwickelt, im Rahmen einer früheren Datenübertragungsvereinbarung geteilt habe.
Laut der Federal Trade Commission enthielten die geteilten Daten fast drei Millionen Nutzerfotos sowie demografische Angaben und Standortinformationen. Die Behörde erklärte, dass die Nutzer nicht darüber informiert wurden, dass ihre Daten mit einem externen Unternehmen geteilt würden, was den Datenschutzrichtlinien der Plattform widersprach.
Der vorgeschlagene Vergleich führt eine langfristige Verpflichtung ein, die regelt, wie OkCupid Nutzerdaten beschreibt und verwaltet. Die Federal Trade Commission beantragt eine gerichtliche Anordnung, die bis zu 20 Jahre gilt und das Unternehmen verpflichtet, genaue Angaben darüber zu machen, wie mit Nutzerfotos, Nachrichten und Standortdaten umgegangen wird.
Nach der Vereinbarung ist es Match Group untersagt, ihre Datenpraktiken falsch darzustellen, und muss die Einhaltung der neuen Anforderungen bestätigen. Das Unternehmen hat laut Unterlagen im Rahmen des Vergleichs kein Fehlverhalten eingeräumt.
Die im Fall erwähnte Datenaustausch geht auf das Jahr 2014 zurück. Die Regulierungsbehörden erklärten, dass die Informationen von Clarifai zur Unterstützung der Entwicklung von Gesichtserkennungssystemen genutzt wurden. Die Federal Trade Commission erklärte, die Übertragung habe ohne klare Benachrichtigung an die Nutzer und ohne die entsprechende Zustimmung erfolgt.
OkCupid erklärte, dass seine aktuellen Praktiken von denen im Fall beschriebenen abweichen und dass es seine Datenschutzprozesse seit den betreffenden Ereignissen aktualisiert hat. Das Unternehmen gab an, dass das von den Regulierungsbehörden erwähnte Verhalten nicht widerspiegelt, wie die Plattform heute funktioniert.
Der Vergleich unterliegt der gerichtlichen Genehmigung und enthält Bestimmungen, die Strafen vorsehen, falls das Unternehmen die Anforderungen künftig nicht erfüllt.