Zwei europäische Regierungen treiben Vorschläge voran, den Zugang zu sozialen Medien für Kinder durch die Einführung eines Mindestalters für die Nutzung von Online-Plattformen einzuschränken. Die Regierungen von Österreich und Polen erklärten, sie erwägen Verbote von sozialen Medien für jüngere Nutzer, wobei unterschiedliche Altersgrenzen und technische Ansätze diskutiert werden.
Die österreichische Regierung prüft einen Vorschlag, der Kindern unter 14 Jahren die Nutzung sozialer Netzwerkdienste verbieten würde. Ein Staatssekretär für digitale Angelegenheiten erklärte, dass Altersverifikations- und Implementierungsmechanismen zentrale Bestandteile der Debatte seien und dass die Behörden möchten, dass jede Beschränkung bis zum Schuljahr 2026/27 in Kraft sei. Mitglieder der österreichischen Regierungskoalition haben breite Unterstützung für die Idee bekundet, obwohl keine genauen Durchsetzungsmaßnahmen vereinbart wurden. Beamte prüfen bestehende Modelle, darunter Australiens Altersverifikationsansätze für den Zugang zu sozialen Medien.
In Polen treibt die Regierung einen Gesetzentwurf voran, der den Zugang zu sozialen Medien für Kinder unter 15 Jahren einschränken soll. Der Vorschlag, der von Mitgliedern der Regierungskoalition entwickelt wird, würde mit Polens offizieller digitaler Identitätsplattform zusammenarbeiten, um eine Altersbestätigung zu ermöglichen, ohne weitere persönliche Informationen preiszugeben. Beamte erklärten, dass eine Altersverifikation in dieses bestehende System integriert werden könnte, um den Zugang von Nutzern unterhalb der vorgeschlagenen Altersgrenze einzuschränken. Die Gesetzgeber beabsichtigen, den Entwurf bis Ende Februar 2026 abzuschließen, wobei die Umsetzung voraussichtlich Ende 2027 erfolgt, falls das Gesetz verabschiedet wird.
Polnische Beamte nannten Bedenken hinsichtlich der frühzeitigen Begegnung mit digitalen sozialen Plattformen und des vermeintlichen Versäumnisses bestehender Altersgrenzen, um kleine Kinder daran zu hindern, Dienste für ältere Zielgruppen zu nutzen. Eine Regierungsumfrage ergab, dass die Mehrheit der Befragten eine Verzögerung der Nutzung sozialer Medien für jüngere Kinder aufgrund von Sicherheitsrisiken und Problemen im Zusammenhang mit übermäßiger Plattformbeteiligung unterstützt.
Beide Vorschläge sind Teil eines breiteren europäischen Trends, bei dem politische Entscheidungsträger die Risiken der Nutzung sozialer Medien durch Minderjährige genau prüfen. Andere Länder haben Vorschriften eingeführt oder erwägen es, die eine Altersverifikation oder eine Einschränkung des Zugangs für jüngere Nutzer erfordern. Gesetzgeber und Regulierungsbehörden auf dem gesamten Kontinent wägen das Gleichgewicht zwischen Online-Sicherheit, persönlicher Privatsphäre und Meinungsfreiheit ab, während die Diskussionen andauern.
