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Russland plant, bis 2030 92 % der VPN-Dienste zu blockieren, da das Internet-Vorgehen zunimmt

Russland bereitet einen massiven Ausbau seiner Internetzensurinfrastruktur vor, wobei die Kommunikationsaufsichtsbehörde des Landes Berichten zufolge anstrebt, bis 2030 92 % der VPN-Dienste zu blockieren, da der Kreml die Kontrolle über den Online-Zugang und den digitalen Datenschutz verschärft.

 

 

Laut Dokumenten der unabhängigen Journalistin Maria Kolomychenko hat Roskomnadzor, Russlands föderale Exekutivbehörde, die für die Überwachung, Kontrolle und Zensur russischer Massenmedien zuständig ist, bereits langfristige Bundesmittel für die Initiative gesichert. Die russische Regierung plant, ab 2026 jährlich etwa 20 Milliarden Rubel bereitzustellen, um VPN-Blockierungssysteme zu stärken und RuNet, Russlands staatlich kontrolliertes “souveränes Internet”, weiterzuentwickeln.

Der Plan ist eine der aggressivsten Internetbeschränkungen, die ein Großland in den letzten Jahren versucht hat. Die russischen Behörden haben in den letzten Jahren den Druck auf VPN-Anbieter, App-Stores, Messaging-Plattformen und unabhängige Medien schrittweise erhöht, während die Regierung die Zensur nach der Invasion der Ukraine ausweitet.

VPNs bleiben eines der wichtigsten Werkzeuge, die Russen nutzen, um Sperren auf ausländischen Social-Media-Plattformen, unabhängigen Nachrichtenquellen, verschlüsselten Nachrichtendiensten und staatlich eingeschränkten Webseiten zu umgehen. Die Nachfrage nach VPN-Diensten stieg stark an, nachdem Russland Plattformen wie Instagram, Facebook und später Telegram verboten oder eingeschränkt hatte.

Roskomnadzor hat bereits Hunderte von VPN-Anwendungen aus russischen App-Stores verdrängt, darunter große Anbieter wie ExpressVPN und CyberGhost. Apple und Google stehen wiederholt unter Druck der russischen Behörden, Umgehungswerkzeuge und unabhängige Medienanwendungen aus lokalen Filialen zu entfernen.

Das Vorgehen des Kremls geht zunehmend über das einfache Blockieren von Apps hinaus. Forscher und Organisationen für digitale Rechte sagen, dass die russischen Behörden nun dauerhafte technische Systeme bauen, die VPN-Datenverkehr auf Netzwerkebene mithilfe von Deep-Packet-Inspektionstechnologie identifizieren, filtern und drosseln können.

Jüngste Berichte deuten darauf hin, dass russische Telekommunikationsanbieter ebenfalls dazu gedrängt werden, die Nutzung von VPN bei Kunden aktiv zu erkennen. In einigen Fällen überwachen beliebte russische Apps und Dienste angeblich, ob Nutzer VPN-Software aktiviert haben, und können die Funktionalität einschränken, wenn Umgehungswerkzeuge erkannt werden.

Die zunehmenden Beschränkungen haben bei Datenschutzbefürwortern und Organisationen für digitale Rechte Besorgnis ausgelöst, die warnen, dass Russland sich auf eine stark isolierte und staatlich überwachte Internetumgebung zubewegt, die oft als “digitaler Eisenvorhang” bezeichnet wird.

Kritiker argumentieren, dass das Vorgehen nicht nur Zensur, sondern auch Überwachung und Informationskontrolle dient. VPNs ermöglichen es Nutzern, staatliche Filtersysteme zu umgehen und Surfaktivitäten vor Internetanbietern und Behörden zu verbergen. Eine Blockade könnte den anonymen Zugang zu ausländischen Nachrichten, verschlüsselter Kommunikation und unabhängiger Berichterstattung innerhalb Russlands erheblich verringern.

Die Beschränkungen betreffen bereits Unternehmen und gewöhnliche Internetnutzer. Reuters berichtete kürzlich, dass kleine Unternehmen in ganz Russland mit operativen Problemen zu kämpfen haben, da Messaging-Apps, Internetdienste und VPN-Zugang unter neuen Kontrollen zunehmend instabil werden.

Trotz der aggressiven Ziele bleiben Experten skeptisch, ob Russland die VPN-Nutzung vollständig beenden kann. Viele Anbieter haben begonnen, Tarn- und Verschleierungstechnologien einzusetzen, die speziell darauf ausgelegt sind, russische Filtersysteme zu umgehen. Mehrere VPN-Dienste, die auf russische Nutzer zugeschnitten sind, passen sich weiterhin schneller an neue Zensurmaßnahmen an, als die Behörden sie blockieren können.

Dennoch deutet das Ausmaß der geplanten Investitionen darauf hin, dass Russland beabsichtigt, den uneingeschränkten Internetzugang in den nächsten Jahren deutlich zu erschweren. Wenn die Initiative erfolgreich umgesetzt wird, könnte sie den Zugang zu Millionen Russen online grundlegend verändern.