Französische Staatsanwälte haben Elon Musk im Rahmen einer laufenden Untersuchung angeblicher illegaler Inhalte und Plattformpraktiken im Zusammenhang mit X vorgeladen, während US-Behörden sich weigern, im Fall zu helfen.
Die Untersuchung, geleitet von der Cybercrime-Einheit der Pariser Staatsanwaltschaft, begann im Januar 2025 und hat sich im Laufe der Zeit auf mehrere Vorwürfe im Zusammenhang mit der Plattform und ihrem künstlichen Intelligenzsystem Glok ausgeweitet. Die Behörden untersuchen mögliche Straftaten, darunter die Verbreitung von sexuellem Kindesmissbrauch, die Erstellung sexuell expliziter Deepfakes und das Versäumnis, die Verbreitung illegaler Inhalte zu begrenzen.
Auch französische Staatsanwälte haben das US-Justizministerium um Zusammenarbeit gebeten. Berichten zufolge lehnten US-Beamte die Unterstützung ab und begründeten die Befürchtung, dass die Untersuchung mit verfassungsrechtlichen Schutzmaßnahmen in Konflikt stehen und politisch motiviert sein könnte.
Die Pariser Staatsanwaltschaft hat erklärt, dass ihr keine formelle Ablehnung der US-Behörden bekannt ist, und betonte, dass die Untersuchung nach französischem Recht unabhängig durchgeführt wird.
Der Fall umfasste direkte Aktionen in Frankreich, darunter eine Durchsuchung der Büros von X Anfang 2026. Die Staatsanwaltschaft hat außerdem die ehemalige X-Geschäftsführerin Linda Yaccarino und andere Vertreter des Unternehmens zu freiwilligen Interviews eingeladen.
Ermittler untersuchen, wie die Systeme und Algorithmen der Plattform zur Verbreitung oder Sichtbarkeit verbotener Inhalte beigetragen haben könnten. Der Umfang der Untersuchung umfasst auch, ob KI-generiertes Material, das von Grok produziert wurde, gegen französisches Recht verstoßen könnte, insbesondere in Fällen mit expliziten Bildern oder Minderjährigen.
Die französischen Behörden haben angedeutet, dass der Zweck der Interviews darin besteht, Unternehmensvertretern zu ermöglichen, ihre Position darzulegen und Compliance-Maßnahmen zu erläutern. Die Staatsanwaltschaft erklärte außerdem, dass die Ermittlungen unabhängig davon fortgesetzt werden, ob die Vorgeladenen erscheinen oder nicht.
Die Untersuchung hat sich über Fragen der Inhaltsmoderation hinaus ausgeweitet und umfasst Fragen zur Datenverarbeitung und zur Nutzung von Algorithmen. Frühere Phasen der Untersuchung konzentrierten sich auf die angebliche Manipulation von Plattformsystemen und die Nutzung personenbezogener Daten für gezielte Werbung.
Vertreter von X haben laut Berichten zuvor Fehlverhalten bestritten und die Untersuchung als politisch motiviert bezeichnet.
Die Untersuchung läuft weiterhin, und es wurde noch keine endgültige Entscheidung über mögliche Verstöße oder Durchsetzungsmaßnahmen bekanntgegeben.
