Papst Leo XIV. hat eine der bisher stärksten Warnungen gegen die Künstliche Intelligenz-Industrie herausgegeben und Teile der globalen KI-Lieferkette beschuldigt, Ausbeutung, Kinderarbeit, digitaler Kolonialismus und neue Formen der Sklaverei zu ermöglichen.
Die Bemerkungen erschienen in der ersten großen Enzyklika des Papstes, Magnifica Humanitas, einem umfassenden Manifest von 2026, das sich auf die ethischen Risiken von künstlicher Intelligenz und digitaler Macht konzentrierte. In dem Dokument warnte Papst Leo, dass der rasche Ausbau der KI-Infrastruktur zunehmend von verborgenen Arbeitssystemen abhängt, die verletzliche Arbeitskräfte weltweit ausbeuten.
Der Papst hob insbesondere Arbeiter hervor, die an Datenkennzeichnung, Inhaltsmoderation und KI-Modelltraining beteiligt sind, und beschrieb sie als weitgehend unsichtbare Arbeitskräfte, die unter harten Bedingungen für minimale Bezahlung arbeiten. Er verwies außerdem auf die Bergbauindustrie, die die Produktion von KI-Hardware unterstützt, und warnte, dass Kinder und Jugendliche in einigen Regionen gezwungen sind, seltene Erden aus Mikroprozessoren und elektronischen Geräten zu gewinnen.
Laut dem vatikanischen Dokument erscheinen KI-Systeme oft nahtlos und automatisiert, während sie massive physische und menschliche Infrastruktur hinter den Kulissen verbergen. Papst Leo argumentierte, dass digitale Technologien nicht “immateriell oder magisch” seien, sondern stattdessen auf globale Lieferketten angewiesen seien, die auf Energieverbrauch, Rohstoffgewinnung und niedrig bezahlte Arbeitskräfte aufgebaut sind.
Die Enzyklika verurteilte zudem die Konzentration von KI-Macht auf eine kleine Anzahl von Technologiekonzernen. Papst Leo warnte, dass dominante Privatunternehmen zunehmend Informationsflüsse, Wirtschaftssysteme und politischen Einfluss durch algorithmische Kontrolle und Datenerhebung prägen.
Über Arbeitsbedenken hinaus schlug der Papst Alarm hinsichtlich der Rolle von KI in der Kriegsführung und der Entwicklung autonomer Waffen. Er forderte die “Entwaffnung” der künstlichen Intelligenz und kritisierte militärische Systeme, die Entscheidungen mit begrenzter menschlicher Aufsicht treffen können. Das Dokument argumentierte außerdem, dass moderne Konflikte durch digitale Technologien, Desinformationssysteme und algorithmusgetriebene Einflusskampagnen umgestaltet werden.
Papst Leo entschuldigte sich außerdem für die historische Rolle der katholischen Kirche bei der Toleranz und Legitimierung der Sklaverei und bezeichnete sie als “eine Wunde im christlichen Gedächtnis”. Die Entschuldigung war direkt mit Warnungen vor dem, was er als aufkommende Formen der digitalen Ausbeutung und technologischen Kolonialismus bezeichnete, verbunden.
Der Vatikan kritisierte außerdem das, was er als eine neue Form des Kolonialismus bezeichnete, die sich auf Datengewinnung konzentrierte. Die Enzyklika warnte, dass Bevölkerungen in wirtschaftlich schwächeren Regionen Gefahr laufen, als Quellen für ausbeuterbare Gesundheits-, Demografie- und Verhaltensdaten durch mächtige Regierungen und Unternehmen zu werden.
KI-Forscher und Technologiemanager nahmen an der Vatikanpräsentation teil, zusammen mit Kirchenvertretern, darunter dem Mitbegründer von Anthropic, Christopher Olah. Während der Veranstaltung räumte Olah ein, dass KI-Unternehmen oft unter kommerziellen Anreizen arbeiten, die mit ethischen Entscheidungen kollidieren können.
Das Manifest markiert die bisher umfangreichste Intervention des Vatikans in der globalen Debatte um künstliche Intelligenz. Papst Leo forderte strengere Regulierung, unabhängige Kontrolle, transparente Lieferketten und rechtlichen Schutz, die verhindern sollen, dass KI-Systeme die Menschenwürde und Arbeitsrechte untergraben.
