Apple entfernte Telegram vorübergehend aus seinem App Store in mehreren Ländern, nachdem festgestellt wurde, dass Inhalte auf der Messaging-Plattform gegen die Richtlinien zu sexuellem Kindesmissbrauch (CSAM) verstoßen. Die App wurde später wiederhergestellt, nachdem Telegram gegen die anstößigen Inhalte und den Nutzer vorgegangen war.
Die vorübergehende Entfernung betraf Nutzer in den Vereinigten Staaten, Australien, Indien und Singapur. Laut einem Telegram-Sprecher informierte Apple das Unternehmen über einen einzelnen Nutzer, der sexuelles Kindesmissbrauchsmaterial über die Plattform geteilt hatte. Telegram teilte mit, dass die Inhalte umgehend entfernt wurden, das verantwortliche Konto dauerhaft gesperrt wurden und nach diesen Maßnahmen die Anwendung im App Store wieder aktiviert wurde.
Der Vorfall verdeutlicht den anhaltenden Druck, dem große Technologieplattformen ausgesetzt sind, illegale Inhalte zu erkennen und zu entfernen, während sie gleichzeitig die von App-Store-Betreibern und Regulierungsbehörden auferlegten Moderationsstandards einhalten.
Laut Bloomberg hat Telegram seit Jahresbeginn mehr als 300.000 Gruppen und Kanäle entfernt, die mit sexuellem Kindesmissbrauch in Verbindung stehen, was die fortgesetzten Bemühungen des Unternehmens widerspiegelt, die Verbreitung illegaler Inhalte auf der Plattform einzudämmen.
Die Aussetzung des App Store erfolgt zu einer Zeit, in der Telegram in mehreren Ländern weiterhin zunehmend regulatorischer und rechtlicher Kontrolle wegen seiner Inhaltsmoderationspraktiken ausgesetzt ist.
In Australien hat die nationale Online-Sicherheitsbehörde Klage gegen Telegram eingeleitet und behauptet, das Unternehmen habe extremistisches Material nicht entfernt, nachdem es über Videos im Zusammenhang mit Terroranschlägen und Hinrichtungen informiert wurde. Telegram hat die Vorwürfe zurückgewiesen und erklärt, seine Position vor Gericht verteidigen zu wollen.
Unabhängig davon nahmen die französischen Behörden Durov 2024 im Rahmen einer Untersuchung mutmaßlicher krimineller Aktivitäten über Telegram fest. Die Staatsanwaltschaft prüfte, ob das Unternehmen es versäumt hatte, die Nutzung seiner Plattform für Straftaten wie Geldwäsche, Drogenhandel und die Verbreitung von Material über sexuellen Kindesmissbrauch angemessen anzugehen. Durov wurde später nach Kaution von 5 Millionen Euro freigelassen, während die Gerichtsverfahren andauerten.
Telegram wurde 2013 gestartet und ist zu einer der weltweit größten Messaging-Plattformen geworden und meldet mehr als eine Milliarde aktive Nutzer monatlich. Sein rascher Ausbau wurde von zunehmender Kontrolle durch Regierungen und Regulierungsbehörden begleitet, die eine stärkere Durchsetzung gegen illegale Inhalte und kriminelle Aktivitäten über Online-Kommunikationsdienste fordern.
