Der Gesundheitssoftwareanbieter Craneware hat bestätigt, dass Hacker bei einem kürzlich bekannten Cyberangriff auf einen Teil seiner internen Umgebung zugegriffen und Kunden-, Mitarbeiter- und Partnerdaten gestohlen haben. Das in Schottland ansässige Unternehmen erklärte, der Vorfall sei eingedämmt und habe weder seine Abläufe noch die Dienstleistungen für Tausende von Gesundheitseinrichtungen in den Vereinigten Staaten gestört.
Craneware gab bekannt, dass unautorisierte Akteure Zugang zu einer Teilmenge seiner Datenumgebung erhielten, in der sie eine bedeutende Menge an Dateinamen und zugehörigen Datensätzen einsahen und herausfilterten. Laut der vorläufigen Untersuchung des Unternehmens scheint ein Großteil der kompromittierten Informationen aus nicht sensiblen oder öffentlich zugänglichen regulatorischen Daten zu bestehen. Das Unternehmen bestätigte jedoch auch, dass ein Teil der Mitarbeiterunterlagen sowie einige Kunden- und Partnerinformationen während der Panne eingesehen wurden. Die genauen Kategorien der betroffenen Daten werden noch festgelegt.
Das Unternehmen aktivierte nach der Entdeckung des Eindringlings seinen Einsatzplan und beauftragte externe Cybersicherheits- und digitale Forensik-Experten zur Untersuchung des Angriffs. Craneware erklärte, die Experten hätten keine weiteren Hinweise darauf identifiziert, dass die Angreifer weiterhin Zugang zu ihren Systemen haben. Es wurde außerdem erklärt, dass kundenorientierte Dienstleistungen und die cloudbasierte Gesundheitsplattform des Unternehmens während der gesamten Untersuchung voll funktionsfähig blieben.
Craneware entwickelt Software für Finanzmanagement, Compliance und Umsatzzyklus, die von etwa 2.000 Krankenhäusern und Gesundheitssystemen sowie rund 10.000 Kliniken und Apotheken über seine Trisus-Plattform genutzt wird. Da das Unternehmen operative und regulatorische Informationen für Gesundheitsdienstleister verarbeitet, prüfen die Ermittler weiterhin, ob sensible Kundeninformationen in den kompromittierten Unterlagen enthalten waren. Das Unternehmen hat nicht bestätigt, ob die Patientendaten betroffen waren.
Das Unternehmen hat das britische Information Commissioner’s Office (ICO), das US-amerikanische Federal Bureau of Investigation (FBI) und weitere relevante Behörden informiert. Craneware erklärte, dass es weiterhin das Ausmaß des Vorfalls bewerten wird, um festzustellen, ob zusätzliche regulatorische Benachrichtigungen oder Kommunikation mit betroffenen Organisationen erforderlich sind. Die Ermittlungen laufen weiterhin, und das Unternehmen hat den Angriff weder einem bestimmten Bedrohungsakteur zugeschrieben noch offengelegt, wie die Angreifer ursprünglich Zugang zu seinem Netzwerk erhielten.
Die Nachricht von der Sicherheitslücke führte nach der Veröffentlichung der Offenlegung zu einem Rückgang des Aktienkurses von Craneware. Während das Unternehmen betonte, dass der Vorfall die Geschäftsabläufe nicht beeinträchtigt, reagierten die Investoren auf die Unsicherheit über das Ausmaß der gestohlenen Daten und die möglichen regulatorischen und rechtlichen Konsequenzen, die sich im weiteren Verlauf der forensischen Untersuchung daraus ergeben könnten.
