Die britische Regierung hat Pläne aufgegeben, die die Nutzung virtueller privater Netzwerke (VPNs) zur Durchsetzung ihrer bevorstehenden Social-Media-Regeln für Kinder hätten einschränken können, und konzentriert sich stattdessen auf neue Sicherheitsmaßnahmen für ältere Jugendliche. Die Entscheidung folgt auf wochenlange Kritik von Datenschutzbefürwortern, Cybersicherheitsexperten und der VPN-Branche, die warnten, dass die Einschränkung des VPN-Zugangs die Online-Sicherheit schwächen und schwer durchsetzbar sein würde.
Bedenken hinsichtlich eines möglichen VPN-Vorgehens kamen auf, nachdem Minister vorgeschlagen hatten, Möglichkeiten zu erwägen, Kinder daran zu hindern, die Technologie zu nutzen, um altersbedingte Social-Media-Beschränkungen zu umgehen. Die Kommentare lösten online weitverbreitete Spekulationen aus, dass das Vereinigte Königreich beabsichtige, VPNs vollständig zu verbieten. Die Regierung hat jedoch kein Gesetz eingebracht, das VPN-Dienste verbietet, und die Behörden haben sich inzwischen von diesem Ansatz entfernt.
Stattdessen hat die Regierung Pläne für eine standardmäßige nächtliche Ausgangssperre in sozialen Medien für 16- und 17-Jährige vorgestellt. Nach dem Vorschlag würden unterstützte Plattformen den Zugang automatisch zwischen Mitternacht und 6 Uhr morgens einschränken, obwohl Jugendliche die Einstellung deaktivieren könnten, wenn sie möchten. Die Maßnahmen beinhalten außerdem das Deaktivieren von Funktionen wie unendlichem Scrollen und Autoplay standardmäßig, um übermäßige Bildschirmzeit zu reduzieren und den Schlaf zu verbessern.
Die Ausgangssperre baut auf dem zuvor angekündigten Plan der Regierung auf, Kindern unter 16 Jahren das Erstellen oder Pflegen von Konten auf großen sozialen Medienplattformen zu verbieten. Diese Gesetzgebung soll später in diesem Jahr im Parlament eingebracht werden, wobei die neuen Schutzmaßnahmen im Frühjahr 2027 in Kraft treten sollen, falls sie genehmigt werden.
Datenschutzbefürworter begrüßten die Entscheidung, keine VPN-Beschränkungen zu verfolgen, stellen aber weiterhin Zweifel, ob umfassendere Anforderungen zur Altersverifikation die Online-Privatsphäre beeinträchtigen könnten. Cybersicherheitsspezialisten argumentieren außerdem, dass VPNs weiterhin ein unverzichtbares Sicherheitsinstrument für Unternehmen, Journalisten, Remote-Mitarbeiter und gewöhnliche Internetnutzer sind, die ihren Internetverkehr vor Abhörmaßnahmen schützen wollen.
Die jüngste Ankündigung der Regierung hat kaum dazu beigetragen, die Debatte in den sozialen Medien zu beruhigen, wo einige Nutzer weiterhin behaupten, VPN-Beschränkungen könnten in Zukunft zurückkehren. Derzeit gibt es jedoch keinen Vorschlag im Parlament, der VPNs verbieten oder Erwachsenen die Nutzung verbieten würde. Der Fokus der Regierung hat sich auf plattformbasierte Schutzmaßnahmen und Standardschutzmaßnahmen verlagert, die darauf abzielen, die Exposition junger Menschen gegenüber schädlichen Inhalten zu verringern, anstatt selbst Datenschutz-Tools einzuschränken.
