Polen hat eine neue Gesetzgebung verabschiedet, die darauf abzielt, sogenannte “Trash Streams” zu bekämpfen, eine Form des Livestreamings, bei der Schöpfer gefährliches, missbräuchliches oder erniedrigendes Verhalten senden, um Zuschauer anzuziehen und Einnahmen zu generieren. Das Gesetz gibt den Behörden stärkere Werkzeuge, um Personen strafrechtlich zu verfolgen, die von Inhalten mit Gewalt, Demütigung, Straftaten oder Verhalten, das die öffentliche Sicherheit bedroht, profitieren. Die Maßnahmen wurden als Reaktion auf wachsende Bedenken eingeführt, dass zunehmend extreme Livestreams schädliches Verhalten fördern, insbesondere bei jüngeren Zielgruppen.

 

 

Das Phänomen, das in Polen allgemein als “Patostreaming” bezeichnet wird, hat in den letzten Jahren erhebliche Aufmerksamkeit erregt. Diese Sendungen zeigen häufig Trunkenheit, körperliche Übergriffe, Belästigung, Vandalismus, rücksichtslose Stunts und andere schockierende Handlungen, die darauf abzielen, Zuschauer, Spenden und Werbeeinnahmen zu maximieren. Einige Creator haben die Schwere ihrer Inhalte wiederholt erhöht, da der Wettbewerb um Online-Aufmerksamkeit zunahm.

Nach dem neuen Rechtsrahmen können Staatsanwälte härtere Strafen fordern, wenn Straftaten begangen werden, um diese online zu verbreiten oder durch Livestreaming finanzielle Gewinne zu erzielen. Gerichte können auch den Einzug von Gewinnen und Ausrüstung anordnen, die zur Herstellung illegaler Sendungen verwendet wurden. Beamte sind der Meinung, dass diese Maßnahmen die finanziellen Anreize verringern werden, die das Wachstum extremer Livestreaming-Inhalte gefördert haben.

Die Gesetzgebung folgt auf mehrere hochkarätige Vorfälle mit polnischen Streamern, deren Sendungen Übergriffe, Sachschäden, gefährliche Streiche und anderes rechtsrechtmäßiges Verhalten zeigten. Obwohl viele dieser Handlungen bereits Straftaten waren, argumentierten Gesetzgeber, dass bestehende Vorschriften Situationen nicht ausreichend abdeckten, in denen Straftaten absichtlich begangen wurden, um Online-Publikum zu unterhalten oder Spenden von Zuschauern zu generieren. Die neuen Regeln erkennen Livestreaming als erschwerenden Umstand bei der Festlegung von Strafen für bestimmte Vergehen an.

Die Behörden betonten, dass das Gesetz nicht dazu gedacht ist, gewöhnliches Livestreaming zu regulieren oder legitime Online-Meinungsäußerungen einzuschränken. Stattdessen richtet sie sich auf Sendungen, die kriminelle Aktivitäten oder absichtlich schädliches Verhalten beinhalten. Personen, die legale Inhalte, Kommentare, Gaming, Bildung oder Unterhaltung live streamen, ohne rechtswidrige Handlungen zu begehen, sind von der Gesetzgebung nicht betroffen.

Kinderschutz war eine der Hauptmotivationen hinter der Reform. Polnische Behörden haben wiederholt gewarnt, dass gewalttätige und erniedrigende Livestreams für Minderjährige weit verbreitet zugänglich sind und missbräuchliches Verhalten normalisieren oder Nachahmungen fördern könnten. Forscher und Psychologen äußern zudem Bedenken, dass wiederholte Exposition mit dieser Art von Inhalten jüngere Zuschauer gegenüber Gewalt und Demütigung absensibilisieren kann, während sie Schöpfer belohnt, die zunehmend extremes Material produzieren, um ein größeres Publikum anzuziehen.

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