Russische staatlich unterstützte Hacker kompromittieren systematisch internetverbundene Sicherheitskameras in ganz Europa, um militärische Logistik und Waffenlieferungen für die Ukraine zu überwachen, so ein Bericht joint warning des niederländischen Allgemeinen Nachrichtendienstes und des Militärischen Nachrichtendienstes (MIVD). Die Behörden erklärten, dass die Kampagnenziele IP-Kameras in NATO-Ländern und der Ukraine freilegten, um Informationen über Truppenbewegungen, militärische Ausrüstung und Nachschubrouten zu sammeln.
Die niederländischen Geheimdienste sagten, die Angreifer scannen das Internet nach verwundbaren Kameras, bevor sie schwache Passwörter, veraltete Firmware und unsichere Standardkonfigurationen ausnutzen. Sobald der Zugang erlangt ist, nutzen die Hacker automatisierte Bilderkennungstechnologie, um Live-Videoübertragungen zu analysieren und militärische Fahrzeuge, Ausrüstung und Fracht zu identifizieren, die sich durch strategische Transportkorridore bewegen.
Laut dem Internet-Intelligence-Unternehmen Censys sind derzeit weltweit mehr als eine Million IP-Kameras online verfügbar. Forscher identifizierten etwa 87.000 schutzbedürftige Kameras in ganz Europa, darunter rund 4.000 in ukrainischen Städten. Niederländische Beamte erklärten, dass nur eine begrenzte Anzahl kompromittierter Kameras entlang militärischer Logistikrouten in den Niederlanden gefunden wurde, und Organisationen, die diese Geräte betreiben, seien benachrichtigt worden.
Die Geheimdienste warnten, dass die Kampagne aufzeigt, wie schlecht gesicherte internetverbundene Geräte zu wertvollen Spionagewerkzeugen werden können. Über das Sammeln von Videoaufnahmen hinaus kann der Zugang zu Überwachungssystemen Angreifern helfen, Sicherheitsmaßnahmen zu verstehen, Infrastruktur zu identifizieren und die Bewegungen militärischer Mittel zu überwachen, ohne Personal vor Ort entsenden zu müssen.
Die Behörden forderten Organisationen und Einzelpersonen, die internetverbundene Kameras betreiben, Standardpasswörter zu ändern, Mehrfaktor-Authentifizierung zu aktivieren, wo verfügbar, die neuesten Firmware-Updates zu installieren und Überwachungsgeräte nicht direkt dem öffentlichen Internet zugänglich zu machen. Sie empfahlen außerdem, den Fernzugriff auf vertrauenswürdige Netzwerke zu begrenzen, um das Risiko einer Kompromittierung zu verringern.
Die Warnung erfolgt vor dem Hintergrund anhaltender Cyber-Spionageaktivitäten, die mit russischen Geheimdiensten in Verbindung stehen. Anfang dieser Woche warnten Cybersicherheitsbehörden der Vereinigten Staaten und verbündeter Nationen, dass russische staatlich geförderte Hacker auch internetorientierte Router ins Visier nehmen, die von Regierungen, Betreibern kritischer Infrastruktur und Verteidigungsorganisationen genutzt werden, um langfristigen Zugang zu sensiblen Netzwerken herzustellen.
