Die südkoreanische Kommission für den Schutz personenbezogener Daten (PIPC) hat finanzielle Sanktionen gegen TikTok und Apple verhängt, nachdem sie festgestellt hatte, dass beide Unternehmen gegen die Datenschutzregeln des Landes verstoßen haben. Die Aufsichtsbehörde stellte Mängel im Umgang mit den persönlichen Nutzerdaten der Unternehmen fest, obwohl die Verstöße zwischen den beiden Technologieunternehmen unterschiedlich waren. Die Entscheidung ist Teil von Südkoreas fortlaufenden Bemühungen, die Durchsetzung seiner Datenschutzgesetze gegen große globale Technologieunternehmen zu verstärken.
TikTok erhielt die höhere Strafe, nachdem der PIPC festgestellt hatte, dass die Plattform die persönlichen Daten der Nutzer nicht ordnungsgemäß geschützt und die gesetzlichen Transparenzanforderungen nicht vollständig eingehalten hatte. Laut der Aufsichtsbehörde hat das Unternehmen nicht genügend Informationen darüber bereitgestellt, wie bestimmte personenbezogene Daten erhoben, verarbeitet und geteilt wurden. Die Ermittler stellten zudem Mängel in den internen Datenschutzpraktiken des Unternehmens fest, was die Behörden dazu veranlasste, neben der finanziellen Sanktion auch Korrekturmaßnahmen anzuordnen. Die Regulierungsbehörde erklärte, TikTok müsse seine Datenschutzverfahren verbessern und seine Aktivitäten in Einklang mit dem südkoreanischen Recht bringen.
Apple wurde zudem nach einer separaten Untersuchung des Umgangs mit Nutzerdaten bestraft. Der PIPC kam zu dem Schluss, dass das Unternehmen gegen Bestimmungen des südkoreanischen Datenschutzgesetzes verstoßen hat, indem es bestimmte Datenschutzverpflichtungen nicht angemessen erfüllte. Obwohl die Aufsichtsbehörde Apple keinen großflächigen Datenlecks vorwarf, stellte sie fest, dass Aspekte der Datenverarbeitungspraktiken des Unternehmens die lokalen gesetzlichen Anforderungen nicht erfüllten. Apple wurde angewiesen, die identifizierten Probleme anzugehen und seine Compliance-Maßnahmen zu verstärken.
Die Untersuchungen konzentrierten sich darauf, ob den Nutzern ausreichende Informationen darüber gegeben wurden, wie ihre personenbezogenen Daten verarbeitet werden würden und ob die Unternehmen gemäß den südkoreanischen Datenschutzregeln die Zustimmung eingeholt hatten. Regulierungsbehörden erwarten zunehmend, dass Technologieunternehmen klar erklären, welche Informationen sie sammeln, warum sie gesammelt werden, wie lange sie aufbewahrt werden und ob sie mit Dritten geteilt werden. Das Versäumnis, transparente Offenlegungen bereitzustellen oder rechtlich gültige Zustimmung einzuholen, kann zu Verwaltungsstrafen nach dem Datenschutzrahmen des Landes führen.
Südkorea ist in den letzten Jahren zu einer der weltweit aktivsten Datenschutzaufsichtsbehörden geworden und untersucht häufig große Technologieunternehmen wegen mutmaßlicher Verstöße gegen Datenschutzgesetze. Der PIPC hat zuvor erhebliche Strafen gegen Unternehmen wie Google, Meta, Facebook und Coupang für eine Reihe von Datenschutzproblemen verhängt und damit seine Bereitschaft gezeigt, die Einhaltung unabhängig von Unternehmensgröße oder Herkunftsland durchzusetzen.
Die jüngste Durchsetzungsmaßnahme verstärkt weltweit die zunehmende regulatorische Kontrolle von TikTok. Das Unternehmen war kürzlich in anderen Rechtsordnungen, darunter auch in der Europäischen Union, mit mehreren Datenschutzuntersuchungen und finanziellen Sanktionen konfrontiert, wo Regulierungsbehörden TikTok wegen rechtswidriger Übertragungen europäischer Nutzerdaten nach China mit einer Geldstrafe von 530 Millionen Euro belegten und Korrekturmaßnahmen anordneten. TikTok hat mehrere regulatorische Feststellungen angefochten und einige der Entscheidungen angefochten, wobei es betont, dass es stark in Datensicherheit und Datenschutz investiert hat.
