Australien erwägt, mit Kameras ausgestattete Smart-Brillen an Regierungsarbeitsplätzen zu verbieten, angesichts von Bedenken hinsichtlich Datenschutz und der Sicherheit sensibler Informationen. Die Ministerin für öffentlichen Dienste, Katy Gallagher, hat die Australian Public Service Commission gebeten, zu prüfen, ob die Geräte an den Arbeitsplätzen des Commonwealth verboten werden sollten und ob bestimmte Ausnahmen notwendig wären.
Der Vorschlag wird noch geprüft, was bedeutet, dass kein regierungsweites Verbot eingeführt wurde. Die Überprüfung erfolgt, da immer ausgefeiltere Smartglasses es ermöglichen, Video, Fotos und Audio mit Geräten aufzunehmen, die gewöhnlichen Brillen ähneln.
Intelligente Brillen sind leistungsfähiger geworden, da Unternehmen Kameras, Mikrofone, Lautsprecher und künstliche Intelligenz-Funktionen in tragbare Geräte integrieren. Einige Modelle erlauben es den Nutzern, ihre Umgebung aufzuzeichnen, Anrufe zu tätigen oder mit KI-Assistenten zu interagieren, ohne das Handy herauszunehmen, aber ihr diskretes Design erschwert es anderen, sofort zu erkennen, wenn die Aufnahme stattfindet.
Das wirft besondere Bedenken in Regierungsbüros auf, wo Mitarbeiter Zugang zu vertraulichen Gesprächen, Dokumenten, Computerbildschirmen und anderem sensiblen Material haben könnten. Eine tragbare Kamera könnte diese Informationen möglicherweise unbeabsichtigt oder absichtlich aufnehmen, was die Durchsetzung herkömmlicher Regeln für Telefone und Aufnahmegeräte erschwert.
Gallagher sagte, die Technologie werfe berechtigte Fragen zur Privatsphäre und Sicherheit auf und hat die Australian Public Service Commission gebeten, zu prüfen, ob eine einheitliche Richtlinie erforderlich ist. Die Überprüfung soll auch Umstände berücksichtigen, in denen Smartwatches einen echten Arbeitsplatzzweck haben und daher weiterhin erlaubt bleiben sollten.
Die Debatte geht über Regierungsbehörden hinaus. Die australischen Behörden untersuchen die breiteren Datenschutzimplikationen von Smartbrillen, da die Geräte immer häufiger werden, wobei Generalstaatsanwältin Michelle Rowland den Datenschutzbeauftragten bittet, der Technologie Priorität zu geben.
Australien hat keine Pläne für ein generelles Verbot des Verkaufs oder Imports von Smartbrillen angekündigt. Stattdessen stellt sich die unmittelbare Frage, ob ihre Aufzeichnungsmöglichkeiten strengere Regeln in sensiblen Umgebungen erfordern, in denen vertrauliche oder persönliche Informationen offengelegt werden könnten.
Ähnliche Bedenken sind bereits international aufgekommen. Gerichte in England und Wales haben die Verwendung von Meta-Smartbrillen verboten, während Schulen und andere Organisationen in verschiedenen Ländern aufgrund von Datenschutz- und Sicherheitsrisiken Beschränkungen für aufnahmefähige Brillen eingeführt haben.
Jede australische Politik müsste auch legitime Nutzungen der Technologie berücksichtigen. Intelligente Brillen können Menschen mit Sehbehinderung Barrierefreiheitsfunktionen bieten, darunter Unterstützung bei der Identifizierung von Objekten, der Interpretation der Umgebung und beim Zugriff auf Informationen, wodurch sorgfältig definierte Ausnahmen ein wichtiger Teil der Diskussion werden.
Die Überprüfung findet parallel zur umfassenderen Untersuchung aufkommender Technologien am Arbeitsplatz in Australien statt. Die Regierung konsultiert zudem große Arbeitgeber zum Einsatz von künstlicher Intelligenz und wie Organisationen die Chancen und Risiken im Zusammenhang mit schnell entwickelnden digitalen Werkzeugen managen sollten.
