Elon Musks Social-Media-Plattform X hat zugestimmt, die Moderation von Hassrede und terroristischen Inhalten im Vereinigten Königreich nach wachsendem Druck des britischen Regulators Ofcom zu verstärken.

 

 

Im Rahmen der Vereinbarung verpflichtete sich X, Berichte über mutmaßliche illegale Hassrede und terrorismusbezogene Beiträge innerhalb von durchschnittlich 24 Stunden zu überprüfen. Die Plattform verpflichtete sich außerdem, mindestens 85 % der markierten Inhalte innerhalb von 48 Stunden nach der Meldung der Nutzer zu bewerten.

Das Unternehmen stimmte außerdem zu, den britischen Zugang zu Konten zu blockieren, die mit terroristischen Organisationen verbunden sind, die nach britischem Recht verboten sind. Ofcom teilte mit, dass X zusätzlich mit externen Experten zusammenarbeiten wird, um seine Meldesysteme zu verbessern, nachdem Kritik aufkam, dass Nutzer nach der Meldung schädlicher Inhalte oft wenig Nachverfolgung erhielten.

Die Verpflichtungen erfolgen nach verstärkter Kontrolle von X im Rahmen des britischen Online Safety Act. Britische Regulierungsbehörden warnten, dass illegales extremistisches Material, antisemitische Inhalte und Hassrede weiterhin breit auf großen sozialen Medienplattformen, darunter X, verbreitet sind.

Ofcom erklärte, dass es die Einhaltung von X in den nächsten 12 Monaten durch verpflichtende vierteljährliche Transparenzberichte des Unternehmens überwachen wird. Die Regulierungsbehörden planen, die tatsächliche Moderationsleistung der Plattform mit den öffentlich gemachten Zusagen zu vergleichen.

Das Vorgehen folgt auf mehrere aufsehenerregende Vorfälle im Vereinigten Königreich mit antisemitischer Gewalt und wachsenden Bedenken über Online-Radikalisierung. Die britischen Behörden üben zunehmend Druck auf Technologieunternehmen aus, extremistisches Material schneller zu entfernen und verbotene Gruppen daran zu hindern, Mainstream-Plattformen zu nutzen.

Seit Musk Twitter 2022 übernommen und später in X umbenannt hat, ist die Plattform wiederholt von Forschern, Interessenvertretern und Regulierungsbehörden wegen angeblicher Zunahmen von Hassrede, Fehlinformationen und extremistischen Inhalten kritisiert worden.

X hat sich gleichzeitig als Verteidiger der Meinungsfreiheit positioniert, wobei Musk häufig europäische und britische Online-Sicherheitsvorschriften als Zensur kritisiert.

Die Druckkampagne im Vereinigten Königreich findet ebenfalls statt, während X und Musks KI-Chatbot Grok getrennt untersucht werden, die mit Deepfake-Missbrauch und illegaler Inhaltserstellung zusammenhängen. Anfang dieses Jahres leitete Ofcom eine formelle Untersuchung ein, nachdem Berichte vorliegen, dass Grok zur Erzeugung sexualisierter gefälschter Bilder von Frauen und Minderjährigen verwendet wurde.

Auch Regulierungsbehörden der Europäischen Union, Australiens und Singapur haben die Kontrolle über Xs Moderationssysteme und Transparenzpraktiken verstärkt. Die EU untersuchte die Plattform zuvor im Rahmen des Digital Services Act wegen Bedenken hinsichtlich Desinformation, algorithmischer Transparenz und illegaler Inhaltsverarbeitung.

Trotz der neuen Verpflichtungen argumentieren einige zivilgesellschaftliche Gruppen, dass die Maßnahmen weiterhin nicht ausreichen. Kritiker sagen, X habe seit Musks Übernahme die Moderationsbesetzung drastisch reduziert und setzt weiterhin stark auf automatisierte Systeme und Community-Berichterstattung statt auf proaktive Durchsetzung.

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