Hamburg bewegt sich in Richtung strengerer Beschränkungen für mit Kameras ausgestattete Smartbrillen, wobei Gesetzgeber versuchen, deren Nutzung im öffentlichen Nahverkehr und an Orten zu verhindern, an denen Menschen eine erhöhte Erwartung an Privatsphäre haben.

 

 

Der Vorschlag richtet sich gegen Smartglasses mit Kameras oder anderen Aufzeichnungsmöglichkeiten. Er würde Busse und Züge im Hamburger öffentlichen Nahverkehrssystem sowie zugangskontrollierte Bahnhofsbereiche abdecken. Kommunale Schwimmbäder und Saunen, die von Bäderland betrieben werden, würden ebenfalls explizite Beschränkungen einführen.

Die Initiative wurde von der regierenden Hamburger Sozialdemokratischen Partei (SPD) und den Grünen unterstützt und baute auf einem früheren Vorschlag der Linken auf, der sich auf Schwimmbäder konzentrierte. Abgeordnete argumentieren, dass Smartwatches Privatsphäreprobleme verursachen, weil die Aufnahme oft viel weniger auffällig ist als wenn jemand ein Smartphone oder eine herkömmliche Kamera hochhält.

Schwimmanlagen schränken bereits unerlaubte Fotografie und Filmaufnahmen ein. Saunabereiche verbieten Fotografie und Videoaufnahmen, während elektronische Geräte, die Fotos machen können, nur in ausgewiesenen Bereichen erlaubt sind. Die vorgeschlagenen Änderungen würden speziell Smartglasses betreffen und die Unsicherheit darüber beseitigen, wie die bestehenden Regeln für immer diskretere tragbare Kameras gelten.

Der öffentliche Nahverkehr wurde hinzugefügt, weil Fahrgäste häufig wenig Wahl haben, ob sie Busse und Züge nutzen. Befürworter der Maßnahme argumentieren, dass Menschen reisen sollten, ohne sich zu fragen, ob ein anderer Fahrgast sie heimlich aufnimmt.

Hamburger Abgeordnete haben auf Vorfälle hingewiesen, bei denen Menschen gefilmt wurden, ohne es zu merken. In einem während der Debatte hervorgehobenen Fall wurde eine Frau in Hamburg heimlich mit Smartbrillen während eines Gesprächs in der Nähe des Alsters gefilmt. Das daraus resultierende Filmmaterial wurde später auf TikTok veröffentlicht und tausendfach angesehen.

Ausnahmen werden für Personen erwartet, die eine kompatible Brille als medizinisches Sehhilfemittel benötigen oder wegen einer Behinderung.

Der Hamburger Vorschlag geht über die Regeln für einzelne Veranstaltungsorte hinaus. Die SPD und die Grünen wollen außerdem, dass die Stadt landesweite deutsche Vorschriften für Smartbrillen durchsetzt. Ein Ziel ist es, von Geräten zu verlangen, die bei Beginn der Aufnahme eine unmissverständliche Anzeige liefern, damit die Anwohner erkennen können, was passiert.

Einige bestehende Smart-Glasses verwenden kleine Lichter, um anzuzeigen, dass ihre Kameras aktiv sind. Kritiker argumentieren, dass diese Anzeigen für Passanten schwer zu erkennen sein und möglicherweise verdeckt sein könnten.

Gesetzgeber fordern außerdem Beschränkungen für Privatpersonen, die an öffentlichen Orten Smartglasses mit Gesichtserkennungstechnologie kombinieren. Sie argumentieren, dass die automatische Identifikation von Fremden durch tragbare Kameras wesentlich größere Datenschutzbedenken schaffen würde.

Hamburg ist nicht allein mit der Untersuchung der Folgen immer leistungsfähigerer tragbarer Kameras. Norwegen erwägt mögliche Beschränkungen im Zusammenhang mit Smartwatches und anderen mit Kameras ausgestatteten Wearables, während Gerichte und private Einrichtungen in mehreren Ländern bereits eigene Regeln eingeführt haben.

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